Deutsche Bahn von Italien aus angegriffen

Ohne Vorwarnung wurde die Deutsche Bahn von Italien aus angegriffen. Das gesamte Streckennetz soll durch den Markteintritt des italienischen Fernzugbetreibers Italo revolutioniert werden.

Konkurrenz aus Italien. Ab 2028 will der italienische Fernzugbetreiber Italo in Deutschland Fernverkehrsfahrten anbieten. Vorstandsvorsitzender Gianbattista La Rocca will damit das Preisniveau im Fernverkehr um 40 Prozent senken. Italo habe das Ziel, „um ein Fünftel günstiger als die Deutsche Bahn“ zu sein.

Lizenzen sollen länger ausgestellt werden
Derzeit warte man auf die Entscheidung der Bundesnetzagentur. Diese muss den Markteintritt noch durchwinken. Italo verlangt allerdings, dass ihnen Lizenzen für die Streckennutzung zwecks besserer Planbarkeit für bis zu 15 Jahre ausgestellt werden statt wie üblich, für jeweils nur ein Jahr. 

„Haben volles Vertrauen“
„Wir haben volles Vertrauen in den Prozess. Wettbewerb wird den Fernverkehr in Deutschland flächendeckend verbessern“, so La Rocca. Man wolle kräftig in Züge investieren, sofern man die lukrativen Verbindungen entlang großer deutscher Metropolen anfahren darf.

Ledersessel und 5G-Netz
Diese Trassen werden von der Bahn-Tochter InfraGo unter Aufsicht der Bundesnetzagentur verwaltet und vergeben. Italo plant zunächst mit 30 Fernzügen, um die stark nachgefragten Strecken München-Frankfurt-Köln-Dortmund und München-Berlin-Hamburg zu befahren.  Die Italo-Züge sollen mit Ledersesseln versehen sowie mit 5G-Internet und Starlink ausgestattet werden.

La Rocca kündigte außerdem an, bei Markteintritt 2.500 Mitarbeiter einzustellen: „Wir werden alles suchen: vom Lokführer über Schaffner, Servicepersonal im Restaurant sowie in den Ticket-Büros und den Bahnhofs-Lounges. Aber natürlich benötigen wir auch Monteure, Reinigungskräfte, IT-Experten, Marketingfachleute“, so der Konzernchef. „Wir erwarten insgesamt bis zu 40 Prozent mehr Bahnfahrer pro Jahr.“

Gewerkschaft warnt
Sollten diese Pläne in die Realität umgesetzt werden, befürchtet die Gewerkschaft EVG deutliche Einschränkungen abseits der Metropolen. Dem möglichen Mitbewerber wird „Rosinenpickerei“ vorgeworfen. Befürchtet wird, dass 16 Städte vom ICE- und IC-Verkehr abgeschnitten werden. Auch Bahn-Chefin Evelyn Palla kritisierte den „ungesteuerten Wettbewerb“.

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Social
Martin Beier