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Eklat nach G7-Treffen: Trump zieht Ja zur Gipfelerklärung zurück

Beim G7-Gipfeltreffen in Québec, Kanada, hat der US-Präsident Donald Trump einen wahren Eklat ausgelöst. Am Ende des Treffens gab er seine Zustimmung zur Abschlusserklärung und kaum in der AirForce One zieht er sein Ja einfach zurück – per Twitter.

In der 43-jährigen Geschichte des wichtigen Wirtschaftsgipfels hat es noch nie solch ein Verhalten gegeben. Donald Trump begründet seine Entscheidung unter anderem mit der Haltung des kanadischen Präsidenten Justin Trudeau zu den US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium.

In seinem Privatflugzeug auf dem Weg nach Singapur, twitterte Trump, dass er die US nicht der Abschlusserklärung des G7-Gipfels zustimmen werde, da Kanada immer erhebliche Zölle auf amerikanische Molkereiprodukte erhebe.

In einem nächsten Tweet erklärt der US-Präsident, dass der kanadische Präsident ein „sehr unehrenhafter und schwacher Gastgeber“ sei.

Justin Trudeau erklärte in seiner abschließenden Pressekonferenz am Samstag, dass die Strafzölle, welche der US-Präsident mit der „Wahrung der amerikanischen Sicherheitsinteressen“ rechtfertig, als „beleidigend“ empfinde. Die Reaktion Kanadas wird damit so ausfallen, dass der nordamerikanische Land seinerseits die USA mit höheren Einfuhrzöllen belegen werde.

Der kanadische Präsident gab an: „Das machen wir nicht gerne, aber wir werden es absolut machen, denn wir Kanadier sind freundlich und vernünftig, aber wir lassen uns nicht herumkommandieren.“

Trotz erheblicher Differenzen zwischen USA und den anderen G7-Staaten konnte man sich auf eine gemeinsame Abschlusserklärung einigen. Dennoch wurden wichtige Streitpunkte zwischen den Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Großbritannien, Italien, Japan und Kanada und den USA konnten dabei nicht ausgeräumt werden. In den Bereichen Handel und Klimaschutz beharrte Trump auf seiner Haltung.

Somit wurden die schwerwiegenden Unstimmigkeiten bei Sonderzöllen der USA auf Stahl- und Aluminiumimporte aus den anderen sechs Staaten der G7 nicht einmal im Dokument erwähnt.

Der US-Präsident mag sich von der Abschlusserklärung abgewandt haben, doch die Bundesregierung hält sich an ihre Zustimmung, welche sie auf dem G7-Gipfel in Kanada gab.

Ein Regierungssprecher betonte: “Deutschland steht zu dem gemeinsam vereinbarten Kommuniqué“. Donald Trump hatte sich nach der Zustimmung im Nachhinein einfach dagegen ausgesprochen und somit seine Unterstützung entzogen.