Energieverband befürchtet Zusammenbruch des Stromnetzes

Geht uns im Winter Gas und Strom aus? Die nächste Katastrophe bahnt sich am Horizont an. Der Bundesenergieverband sieht einen Strom-Kollaps voraus. Die Vorhersage fußt auf einem ungewöhnlichen Konsumverhalten.

Bau- und Elektromärkte melden eine extrem hohe Nachfrage an Heizlüftern und anderen elektrischen Heizgeräten. Dieses Konsumverhalten alarmiert die Bundesnetzagentur und den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Die Wächter über unser Stromnetz fürchten, dass viele Menschen mit Elektroheizungen Gas ersetzen wollen, sollte es zu einem Gasnotstand kommen. Das wäre aber katastrophal. Denn das deutsche Stromnetz könnte diesem erhöhten Bedarf vermutlich nicht standhalten. Es droht ein Stromkollaps. Im schlimmsten Fall fällt dann im Winter nicht nur die Heizung aus, sondern auch Licht, die Klospülung und der Herd.

“Elektronische Heizgeräte wie Heizlüfter, Radiatoren und Konvektoren sind nicht dafür gemacht, eine Heizung zu ersetzen und sollten daher nur mit Bedacht eingesetzt werden”, mahnte eine Sprecherin der BDEW in einer Stellungnahme. Diese Geräte würden nicht nur etwa die Stromrechnungen in die Höhe katapultieren, sondern könnten aufgrund des erhöhten Energiebedarfs auch die Stromnetze überlasten. Denkbar wäre ein solches Szenario, wenn während einer extremen Kälteperiode viele Haushalte gleichzeitig auf Elektroheizgeräte setzen.

Die Bundesnetzagentur schloss sich dieser Warnung an. Es sei angebracht, jetzt über Einsparungen beim Gasverbrauch nachzudenken. Der Agentursprecher gab auch zu bedenken: “Strom statt Gas zur Wärmeversorgung zu nutzen ist – auch bei den aktuellen Gaspreisen – wirtschaftlich wenig attraktiv.” Mit anderen Worten: Die einzig vernünftige Lösung ist es, die Heizung ein paar Grad nach unten zu drehen und auch mit warmem Wasser möglichst sparsam umzugehen. “In fast jedem Haushalt und bei öffentlichen Gebäuden gibt es noch Möglichkeiten Energie einzusparen – zum Beispiel die Badewanne vermeiden, kürzer Duschen oder ein professioneller Heizungscheck”, ergänzte die BDEW-Sprecherin.

Die Bundesregierung hat sich inzwischen den Sorgen um einen Stromkollaps angenommen. In einem Stresstest sollen mehrere Szenarien der außergewöhnlichen Netzbelastung geprüft werden. Die Ergebnisse werden die Energiepolitik beeinflussen, insbesondere im Hinblick auf Streitfragen um die Nutzung von Kohle- und Kernkraftwerken.

Auch wenn man nicht an das Blackout-Szenario glauben will, lässt sich der (Un)sinn von Strom statt Gas einfach berechnen. „Focus Online“ kalkulierte für einen 50-Quadratmeter-Wohnung einen Bedarf von vier bis fünf Heizlüftern mit je 2000 Watt, um eine Gasheizung zu ersetzen. Wenn diese von Oktober bis März im Betrieb wären, würde sich die Stromrechnungen beim aktuellen Marktpreis um mehr als 3000 Euro erhöhen.

2 Kommentare

  1. Frage mich nur wird auch Wasser knapp?
    Siehe Artikel oben:… die Klospülung…. funktioniert auch nicht?
    Dann “gute Nacht”. Deutschland wird dann das Armenhaus Europas werden.

  2. Die Pumpen, die das Trinkwasser im Netz fördern, werden wohl kaum mit Manneskraft angetrieben. Ohne Strom steht alles still. Strom wird immer benötigt.

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