Essen: Polizistin bei Routine-Kontrolle von Jugendlichen schwer verletzt worden

Eine Beamtin wurde bei einer Polizeikontrolle in Essen tätlich angegriffen und schwer verletzt. Ein weiterer Kollege wurde ebenfalls verletzt. Dabei waren die Beamten lediglich bei einer Jugendschutzkontrolle, als die Polizistin von einem 17-Jährigen attackiert wurde. Die Reaktion der Familie des Angreifers schockiert.

Ein ganz normaler und routinierter Einsatz endete mit einer schwer verletzten Polizistin. Die Beamten machten am Freitagabend eine Jugendschutzkontrolle. Dabei wollten die 26-jährige Beamtin und ihr Kollege auch die beliebte Shisha-Bar Buddy-Bar in der Essener Innenstadt kontrollieren.

Als sich die beiden Beamten in der Bar mit einer Gruppe Minderjähriger auseinandersetzten eskalierte die Situation als die libanesisch-stämmigen Jugendlichen die Beamten erst beleidigten und dann tätlich wurden. brach plötzlich ein 17-jähriger Mann aus der Gruppe aus und ging auf die Polizistin los. Der Jugendliche zieht der Beamten die Beine weg, woraufhin diese auf die Straße fällt. Als sie sich versucht aufzurichten, tritt ihr ein anderer junger Mann in den Unterleib. Die Beamtin wird geprügelt und gewürgt.

Der 27-jährige Kollege kann dazwischen gehen und die Beamtin vor weiteren Treten und Schlägen schützen. Mit Hilfe von Schlagstöcken und Pfefferspray versuchen die Einsatzkräfte sich gegen die anderen vier bis fünf Angreifer.

Zwei Mitarbeiter der Tierrettung Essen e.V. sind zufällig in der Gegend und greifen mit ein. Sie helfen den beamten den 17-jährigen Aggressor festzunehmen. Der sichergestellte Mann wurde über Nacht in Gewahrsam genommen, am nächsten Morgen aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Polizei hat eine Anzeige wegen Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte erwirkt.
Die restlichen jungen Männer flüchteten. Die Beamtin musste mit schweren Verletzungen, Prellungen und Würgemalen am Hals ins Krankenhaus gebracht werden. Aufgrund ihres Zustandes, muss die 26-Jährige vorerst vom Dienst fernbleiben.

Unglaublicherweise, kamen in der Nacht noch Familienmitglieder des inhaftierten 17-Jährigen in die Wache. Sie forderten die sofortige Freilassung des jungen Mannes und drohten den Beamten auf der Wache die Familie zu „mobilisieren“. Doch der Einschüchterungsversuch der libanesisch-stämmigen Familie fruchtete nicht.

In einem Kommentar äußerte sich der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen zu dem Vorfall:“ Die Tat und das Unrechtsempfinden des 17-Jährigen verurteile ich aufs Schärfste.“
„Diese Übergriffe sind inzwischen leider Alltag. Das dürfen wir nicht akzeptieren“, erklärt Polizeisprecher Ulrich Faßbender.