Extreme Langzeitfolgen durch Covid-19

Die chinesische Millionenstadt Wuhan war schon im Frühjahr schwer von der Corona-Pandemie gebeutelt. Die eigene Corona-Erkrankung liegt für viele betroffene Menschen schon mehrere Monate zurück, gesundheitliche Folgen und Einschränkungen der Covid-19-Erkrankung ist aber bei vielen noch heute sehr präsent. Dies brachte eine Befragung der Jin Yin-tan Klinik hervor.

Nach einer Behandlung in der Jin Yin-tan Klinik in Wuhan sind bis Ende Mai 2.469 Corona-Patienten entlassen worden. Nun haben der Mediziner Chaolin Huang und sein Team insgesamt 1.773 dieser ehemaligen Patienten bis September 2020 nach ihrem gesundheitlichen Zustand nach der Covid-19-Erkrankung befragte. Neben dem Fragebogen absolvierten davon 390 Betroffene auch weitere medizinische Tests.

Müdigkeit, Muskelschmerzen und Schlafstörungen sind häufigste Langzeitfolgen

Nun sind in der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ die Ergebnisse der Befragung des Teams rund um Chaolin veröffentlicht worden. Dabei ergeben sich schockierende Langzeitfolgen. Insgesamt gaben 76 Prozent aller Befragten an, dass sie noch immer mit Beschwerden zu kämpfen hatten, auch wenn die Infektion schon Monate zurücklag. An Müdigkeit oder Muskelschmerzen litten den Angaben zufolge fast zwei Drittel der Patienten. Demnach gehören diese Symptome zu den häufigsten Langzeitfolgen.

Von Schlafstörungen noch Monate nach dem Klinikaufenthalt berichteten weitere 26 Prozent aller Befragten. Und noch einmal 23 Prozent litten und Angst und Depressionen. Allerdings ist noch unklar, inwieweit diese Beschwerden auch tatsächlich mit dem Virus in Verbindung stehen. Es lagen demnach dem Team keine medizinischen Informationen zum geistigen Gesundheitszustand der Patienten vor der Erkrankung vor.

Tests weisen auf Lungen- und Nierenschäden durch Corona hin

24 Prozent der getesteten Patienten wiesen bei einem 6-minütigen Geh-Test unternormale Leistungen auf. Auch sechs Monate nach der Erkrankung zeigten weitere Lungentests, dass die Kapazität des Organs noch immer häufig verringert war. Veränderungen der Lunge wurden bei vielen der Patienten mittels eines CT sichtbar. Diese sind ein Anzeichen dafür, dass die im Zuge der Corona-Erkrankung entstandenen Lungenentzündungen noch immer nicht vollständig ausgeheilt sind.

Besonders dramatische Folgen zeigen 13 Prozent der Corona-Patienten. Vor der Erkrankung wiesen sie gesunde Nieren auf, im Anschluss gab es erste Anzeichen dafür, dass sie eine dauerhafte Nierenschädigung davongetragen haben. Allerdings sind diese Erkenntnisse noch nicht eindeutig belegt, etwa durch Messungen mit Plasma-Clearance. Schon lange gehen die Mediziner davon aus, dass es gesundheitliche Langzeitfolgen durch eine Corona-Infektion geben kann. In diesem Zusammenhang sind auch die Ausrücke „Long Covid“ und „Post-Covid-Syndrom“ eingeführt worden.

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