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Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland – Skandale, Boykott, Tränen & Robbie Williams

Am Donnerstag ist es endlich soweit. Die Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland beginnt mit einer fulminanten Eröffnungsfeier. Doch die Fans sind zwiegespalten ob der vielen Bedenken und Skandale, welche wie ein Damoklesschwert über dieser 21. WM schweben.

Doch bevor der Schiedsrichter den Anpfiff für das erste Spiel um 17 Uhr zwischen Gastgeber Russland und Saudi-Arabien geben kann, gibt es eine Eröffnungsfeier mit vielen Live-Acts und Stars.
Bereits um 15.10 Uhr (MEZ) beginnt die Eröffnungsfeier mit rund 80.000 Zuschauern im Moskauer Luschniki-Stadion. Der öffentlich-rechtliche Sender ARD wird dabei die Feier live aus Moskau übertragen.

Moderiert wird die Feier von dem Reporterteam Palina Rojinski und Tom Bartels. Musikalisch wird einiges an Stars aufgefahren. Jason Derulo wird seine WM-Hymne „Colors“ zum Besten geben, während der offizielle WM-Song von Nicky Jam feat. Will Smitz & Era Istrefi erst beim Finale live zu hören sein wird.

Der Mega-Star Robbie Williams hat dabei die Ehre bei der Eröffnungsfeier zu singen und für gute Unterhaltung zu sorgen. Per Twitter gab Robbie bekannt: „Ich freue mich sehr, für einen so einzigartigen Auftritt nach Russland zurückkehren zu können. Ich habe in meiner Karriere schon vieles gemacht, und die Eröffnung der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft vor 80.000 Fans im Stadion und vielen Millionen Zuschauern auf der ganzen Welt ist ein Kindheitstraum“.

Weiter merkt der britische Sänger an: “Wir möchten Fußball- und Musikfans dazu einladen, in Russland mit uns im Stadion zu feiern oder ihre Fernsehgeräte etwas früher einzuschalten, um die unvergessliche Show nicht zu verpassen.“

Die Liste der Stars geht noch weiter. Neben den beiden Popmusik-Events, wird die russische Sopranistin Aida Garifullina singen und der ehemaliger Mega-Stürmer Ronaldo wird auftreten.
Symbolik und damit verbundenes Merchandising spielt auch in dieser 21. WM eine besonders wichtige Rolle. Lionel Messi stellte den offiziellen Fußball Telstar 18 vor. Das Design ist schwarz-weiß und soll an den ersten WM-Ball von Adidas erinnern, der 1970 zum Einsatz kam.

Beim Maskottchen gewann der Wolf Zabivaka bei einer Abstimmung gegen Tiger und Kater. Frei übersetzt bedeutet Zabivaka so viel wie „kleiner Torschütze“.

Neben all den Eindrücken, mehren sich die Skandale und Unstimmigkeiten um die WM. So wird der ARD Doping-Experte Hajo Seppelt nicht zur WM gehen, da er von der russischen Regierung „gewarnt“ wurde, dass russische Fans ihn angreifen könnten.

Seppelt gab an: „Offenkundig hat die Aufdeckung des Staatsdoping-Systems so große Tragweite, dass Russland glaubt, solche Maßnahmen ergreifen zu müssen. Das spricht für sich. Man darf gespannt sein, ob die FIFA, die den Zugang zu ungehinderter Berichterstattung über ihr Turnier gewährleisten muss, sich dieser Sache annehmen wird.”

Überschattet wird auch die WM mit politischen Boykott. Viele Politiker werden nicht anreisen, da Russland gegen menschenrechtliche Konventionen verstoße.

Wie gerne mischt sich nicht nur die russische Politik in das Fussballfest. Der Foto-Skandal um Özil und Gündogan sorgte bereits im Vorfeld für massive Reaktionen im politischen und gesellschaftlichen Umfeld in Deutschland. Nach dem Testspiel gegen Saudi-Arabien soll Gündogan in der Kabine geweint haben, nachdem das Leverkusener Publikum den Nationalspieler auspfiff.

Und bei der spanischen Nationalmannschaft gab es einen Eklat: Lopetegui unterschrieb den Nationaltrainervertrag bis 2020. Dabei hatte er Verhandlungen mit Real Madrid geführt – der Verein sucht einen neuen Trainer seit dem Abgang Zidanes. Am Dienstag, gerade mal fünf Minuten vor Veröffentlichung der Mitteilung, dass Lopetegui als Trainer in Madrid nach der WM übernehmen wird, ruft Real Madrid beim spanischen Verband an, um diese Info dem Präsidenten Rubiales mitzuteilen. Rubiales fliegt direkt nach Russland und feuert Lopetegui aus ethischen Gründen (‚Valores‘). Er sagt aber, er fühle sich nicht betrogen aber die Situation sei unhaltbar gewesen.

Fernando Hierro, 89-facher Nationalspieler und Sportdirektor im spanischen Verband, übernahm gestern den Trainerposten – glücklicherweise hatte er schon ein Visum für Russland als Teil der spanischen Delegation.

Das Spiel der Spiele findet statt und wird Millionen Fans in seinen Bann ziehen. Am Ende zählt nur eins „Das Runde muss in das Eckige“, wie Sepp Herberger einst bemerkte.