Gift-Alarm in Deutschland: Großer Rückruf für Nahrung

Eine schockierende Wendung nahm der Gift-Skandal, der aktuell Deutschland erschüttert: Die verseuchten Nahrungsmittel sind wohl auf eine chinesische Biotech-Firma zurückzuführen. Firmen wie Nestlé, Hochdorf, Danone und Lactalis sind betroffen.

Schon seit Jahresbeginn werden in rund 60 Ländern Produkte der Marken Beba und Alfamino zurückgerufen, die aus dem Hause des Großkonzerns Nestlé stammen. Auch Hochdorf, Danone und Lactalis mussten mittlerweile Produkte vom Markt nehmen. Es geht um Milchpulver mit dem Inhaltsstoff ARA-Öl – eine für Babys wichtige Omega-6-Fettsäure. Diese könnte mit dem Gift Cereulid verunreinigt sein.

Schwere Komplikationen möglich
Cereulid wiederum ist ein von dem Bakterium Bacillus cereus produzierter Giftstoff, der häufig in gekochten und abgekühlten stärkehaltigen Lebensmitteln wie Reis, Nudeln, aber auch in Milch- und Fleischprodukten vorkommt. Wer ihn zu sich nimmt, leidet üblicherweise unter Übelkeit und Erbrechen. Vergiftungen verlaufen meist mild, aber auch schwere Komplikationen wie Leberversagen sind denkbar. Das Gift verschwindet auch durch Abkochen nicht und stellt daher ein großes Problem für die Lebensmittelsicherheit dar.

Die Behörden ermitteln mit Hochdruck. Nun gibt es erste Hinweise zur Quelle der Vergiftungen. „Nach derzeitigem Kenntnisstand ist der Hersteller des betroffenen ARA-Öls die Firma Cabio Biotech“, so eine Sprecherin des Schweizer Bundesamts für Lebensmittelsicherheit (BLV) zum Schweizer „Tagesanzeiger“. Das 2004 gegründete Biotechnologieunternehmen ist auf Entwicklung, Herstellung und Verkauf von durch Mikroorganismen fermentierten Nährstoffen spezialisiert. Seinen Sitz hat es in der zentralchinesischen Millionenstadt Wuhan, wo 2019 auch die ersten bekannten Infektionen mit dem Coronavirus aufgetreten sind.

Todesfälle wegen Gift?
Unklar ist auch noch, ob die vergiftete Babynahrung von Nestlé zu zwei Todesfällen Ende Dezember 2025 und Anfang Januar 2026 in Frankreich führte. Auch in Belgien soll ein Kind erkrankt sein. Acht Familien haben gemeinsam mit der Organisation Foodwatch Klage eingereicht und werfen den betroffenen Unternehmen und Behörden vor, zu spät reagiert zu haben.

Nestlé will davon naturgemäß nichts wissen, wie ein Sprecher bestätigte: „Nestlé war das erste Unternehmen der Branche, das das Thema Cereulid in Säuglingsnahrung identifiziert und umgehend mit den zuständigen Behörden kooperiert sowie die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet hat.“

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Martin Beier