Große Antikörper-Studie zu Corona gestartet

Über die Verbreitung des Coronavirus in Deutschland ist bislang nur sehr wenig bekannt. Im bayerischen Straubing will das RKI daher gut 2000 Menschen auf Antikörper testen. Denn in der Stadt hatte es in der Vergangenheit einen größeren Ausbruch gegeben. Erste Erkenntnisse gibt es hingegen schon aus zwei anderen Gebieten.

Eine weitere Studie zur Verbreitung des derzeit grassierenden Coronavirus gibt es aktuell in Straubing. Das bundeseigene Robert-Koch-Institut will dabei rund 2000 Menschen innerhalb der nächsten Wochen auf mögliche Antikörper testen. Dies haben Vertreter der Stadtverwaltung in Straubing und des RKI gegenüber Journalisten bekannt gegeben. Dabei ist diese Untersuchung in der bayerischen Stadt nur ein Teil eines größeren Projekts, bei der die örtlichen Infektionsdynamiken untersucht werden sollen.

Insgesamt vier unterschiedliche Gemeinden werden dabei auf das Infektionsgeschehen hin untersucht. In allen gab es relativ starke Corona-Ausbrüche in der Vergangenheit. Die Erhebung der notwendigen Daten sind unter anderem im bayerischen Bad Feilnbach und im baden-württembergischen Kupferzell schon abgeschlossen worden. Die entsprechende Auswertung der Ergebnisse laufen derzeit. Dem RKI zufolge gibt es bereits erste Erkenntnisse. In Kupferzell hatten demnach 7,7 Prozent der Bewohner positive Antikörpernachweise und somit eine Infektion durchgemacht. 6,6 Prozent der untersuchten Personen in Bad Feilnbach hatten die Nachweise im Körper.

Rückschlüsse auf Dunkelziffern

Dabei sollen aus der Studienreihe des RKI Antworten auf eine Vielzahl von Fragen gefunden werden, was das frühere aber auch das aktuelle Infektionsgeschehen betrifft. Unter anderem gehören dazu auch Rückschlüsse auf Dunkelziffern, spezifische örtliche Verbreitungswege und auch die Krankheitsverläufe in unterschiedlichen Altersgruppen. Gleichzeitig ist das Projekt mit dem Namen „Corona-Monitoring lokal“ lediglich eines von vielen Vorhaben der Forscher, in denen auf Bundesebene Details zu den Dynamiken der Verbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 ergründet werden sollen.

Wie der zuständige Abteilungsleiter Osamah Hamouda weiter sagte, ist das RKI zudem an weiteren drei vergleichbaren Großstudien beteiligt. Dabei zielen diese auf unterschiedliche Aspekte und Fragestellungen ab. Eine davon untersucht zum Beispiel das Infektionsgeschehen in Kitas. Ähnliche Ziele verfolgen auch anders Studien von anderen Institutionen. Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung organisiert so zum Beispiel seit Juli eine bundesweit laufende Antikörperstudie in gut zehn Landkreisen. Entsprechende Tests zur Datenerhebung haben am Montag unter anderem in Aachen begonnen.

Das könnte Sie auch interessieren: