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Katastrophenalarm in Deutschland – Das Unwetter läßt es krachen

Deutschland zittert – nicht vor Kälte, sondern vor dem heftigen Unwetter, welches von Frankreich über die Bundesrepublik zieht. Der Donnerstag hatte es in sich. Mit Gewitter, Hagel, Orkanböen, umgestürzten Bäumen, gekenterte Boote, Unfälle und Überflutungen ging es wettertechnisch besonders turbulent zu.

Schon am frühen Morgen kamen die ersten Meldungen rein. Von Nordrhein-Westfalen bis Hamburg bildeten sich Superzellen, die Sturmböen von bis zu 100 km/h verursachten.
Am Nachmittag mussten Seennotretter drei Segler aus der Nordsee retten. Das sieben Meter lange Boot war gekentert und dann gesunken. Die jungen Hamburger waren auf dem Weg von Cuxhaven zur Insel Föhr, als das Wetter die Segler überraschte und das Steuerruder von den drei Meter hohen Wellen gebrochen wurde. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) meldete, dass ein Versuch das Boot an Land zu hieven, fehlschlug. Das Boot schlug quer, kenterte daraufhin und sank. Dank der Seenotretter konnten die völlig unterkühlten Segler aus dem Wasser geholt werden.

Bahnreisende traf es vor allem in Norddeutschland sowie im Frankfurter Raum hart: Der Frankfurter Hauptbahnhof war am Donnerstag nachmittag für eine Stunde komplett dicht. In Norddeutschland waren zahlreiche Bahnstrecken gesperrt, u.a. Hamburg-Berlin, Hannover-Berlin, Hannover-Osnabrück, Hannover-Hamburg-Kiel, Hamburg-Stralsund und Dortmund-Hamm-Bielefeld.

Auch zu Luft kam es zu Chaos. Die herannahende Gewitterfront brachte den Flugbetrieb am Frankfurter Flughafen zum Erliegen. Für eine gute halbe Stunde konnten Flugzeuge weder landen noch starten. Bis das Gewitter vorbeigezogen war, musste die Flugzeuge am Himmel ihre Kreise ziehen. Auch am Boden wurde die Arbeit eingestellt. Wegen der Blitzschlaggefahr auf dem Vorfeld, stellte der Flughafen die Bodenabfertigung ein. Der Flughafen hatte schon einmal 3000 Hotelzimmer reserviert, damit gestrandete Passagiere eine Unterkunft haben. Doch nach einiger Zeit konnte der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden.

Zu Boden hatte die Frankfurter Feuerwehr alle Hände voll zu tun, als Bäume im Stadtwald durch die Sturmböen umgestürzt waren. Es gingen Warnungen an die Bevölkerung raus, sich nicht in Parks und Grünanlagen aufzuhalten. Die Gefahr von Astbrüchen sei durch das Wetter gegeben.

Paradoxerweise, gab es auch einen heftigen Brand in Deutschland. In Oberaudorf am Inn brach ein Feuer aus, welches 135 Feuerwehrleute zusammen mit 30 Bergwachtkräften und vier mit Wasserbehältern beladene Hubschrauber bekämpften. Durch die anhaltende Trockenheit, breitete sich das Feuer in Windeseile aus. Rosenheim rief den Katastrophenfall aus. Die Ramsauer Alm wurde evakuiert.

Auf der A3 Frankfurt-Würzburg kam es zu einem über 20 Kilometer langen Stau, nachdem umgestürzte Bäume die Fahrbahn blockierten. Manche Autos wurden von den umstürzenden Bäumen beschädigt. Noch ist nicht klar, ob es Verletzte gab.
In Mittelhessen sind mehrere Menschen verletzt worden, als die Unwetterfront eine 20 Meter lange Jalousie eines Cafés in Bad Vilbel zerschlug.