Köln überschreitet kritische Marke – neue Einschränkungen beschlossen

Die wichtige Grenze von 50 Ansteckungen auf 100.000 Einwohner hat nun die nächste Großstadt überschritten. Einschränkungen müssen daher jetzt 1,1 Millionen Kölner in Kauf nehmen. Vor allem Party-Hotspots geraten ins Visier der Stadtverwaltung. Die Zahlen steigen aber auch anderswo.

Nur noch zwei deutsche Regionen haben in den vergangenen sieben Tagen keine Neuinfektionen gemeldet und damit so wenig wie lange nicht. Nur die Stadt Eisenach und der Kreis Hildburghausen haben in der letzten Woche keine Neuansteckungen verzeichnet.

Indes hat mit Köln eine weitere Großstadt die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen gerissen. Der Wert der Millionenstadt wurde vom nordrhein-westfälischen Landeszentrum Gesundheit mit 54,8 angegeben. Da dieses Überschreiten von der Stadtverwaltung in Köln erwartet worden war, werden deshalb bereits ab heute zahlreiche neue Einschränkungen im öffentlichen Leben angeordnet.

Ab 22 Uhr darf auf Straßen und Plätzen kein Alkohol mehr konsumiert werden. Auch gilt ein Alkoholverkaufsverbot für Party-Hotspots am Wochenende. Lediglich bis zu fünf Personen aus verschiedenen Haushalten dürfen sich in der Öffentlichkeit treffen. Masken müssen nun auch in Fußgängerzonen getragen werden, allerdings verzichtet die Stadt vorerst auf die Einführung einer Sperrstunde. Dies betonte die Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

Tausende Neuinfektionen registriert

Die Personenzahl bei Feiern wurde ebenfalls beschränkt. In angemieteten Räumen dürfen höchstens 25 Personen anwesend sein. Reker sagte zudem: „Von Feiern in der eigenen Wohnung raten wir dringend ab“. Es sollte auf keinen Fall mehr als zehn Personen zusammenkommen. Schon zweimal war die 50er-Marke bei der Sieben-Tage-Inzidenz in der Domstadt überschritten worden. Einmal im März und noch einmal im April.

Die Infektions-Karte für Deutschland färbt sich unterdessen immer mehr mit roten Gegenden. Nach neuesten Informationen des RKI (10. Oktober um 0 Uhr) sind 23 Regionen über der vereinbarten Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Dies ist dreimal so viel wie vor einer Woche.

Allein sechs Berliner Bezirke befinden sich darunter, die Gesamt-Sieben-Tage-Inzidenz wurde von der Hauptstadt mit 56,4 angegeben. 25 weitere Regionen liegen auch schon mit einem Wert über 40 in der Nähe der kritischen Marke. Besonders betroffen ist dabei Gelsenkirchen mit einem Wert von 48,9.

Am Freitagabend ist die Zahl aller in Deutschland gemeldeten Infektionen auf 316.792 gestiegen. Binnen 24 Stunden sind 4.621 neue Fälle hinzugekommen. Auch die Zahl der in Zusammenhang mit dem Virus verstorbenen Personen erhöhte sich um 17 auf nunmehr 9.597. 36.000 Menschen gelten derzeit als infiziert.