Lidl ändert Preise von Grundnahrungsmitteln

Lidl hat die Preise für eine Reihe von Grundnahrungsmitteln angepasst. Der Discounter reagiert damit auf die jüngsten Protest- und Blockadeaktionen von Landwirten.

Lidl erhöht die Preise für diverse Schweinefleisch-Produkte als Reaktion auf die Bauernproteste. Die Preiserhöhung soll direkt bei den Bauern ankommen. Betroffen sind zehn Artikel aus dem Schweinefleisch-Sortiment. Der Discounter will den Erzeugern einen Euro mehr pro Kilogramm Fleisch zahlen und legt die Kosten direkt auf den Verbraucherpreis um. Die Preisänderung ist heute in Kraft getreten. Ob Lidl über die zehn Artikel hinaus weiterte Preiserhöhungen plant, ließ das Unternehmen bisher offen.

„Wir wollen mit dieser Aktion die gesamte Wertschöpfungskette bis hin zum Verbraucher beteiligen und weisen das in unseren Filialen entsprechend transparent aus. Damit geben wir unseren Kunden die Möglichkeit, sich bewusst dafür zu entscheiden, einen Beitrag für die Unterstützung der heimischen Landwirtschaft zu leisten“, teilte Lidl in einem Statement gegenüber der Plattform „agrarheute“ mit. In den Filialen sollen die Preiserhöhungen absichtlich unter dem Label „für unsere Bauern“ kenntlich gemacht werden. Der Discounter hofft, dass die Produzenten, die verarbeitende Industrie, die Politik und der Einzelhandel in einem nächsten Schritt gemeinsame Lösungen finden, um „die Probleme in der Landwirtschaft unter Einbeziehung aller Marktteilnehmer anzugehen“. Das Unternehmen sprach sich daher für eine neutrale Ombudsstelle aus, wo zwischen den Interessen des Einzelhandels und der Landwirtschaft vermittelt werden könne.

Bereits vor einer Woche hat Lidl Sympathien für die Bauernbewegung kenntlich gemacht. Die Tochter der „Schwarz-Gruppe“ hatte als Reaktion auf die anhaltenden Bauerproteste angekündigt, die „Initiative Tierwohl“ (ITW) mit 50 Millionen Euro zu unterstützen.

Morgen finden darüber hinaus Gespräche zwischen den Marktführern des Lebensmitteleinzelhandels und den Vertretern der Landwirtschaft statt. Aldi, Edeka, Lidl und Rewe wollen über den Entwurf eines freiwilligen Verhaltenskodex‘ sprechen, der über die EU-Richtlinie über unlautere Handelspraktiken (UTP-Richtlinie) hinausgehen soll.

Die Verhandlungen könnten jedoch hart werden. Denn nicht alle Marktteilnehmer zeigen ein beschwichtigendes Verhalten, wie Lidl es gerade tut. Während der Discounter mit dem gelb-blauen Logo seine Preise für Schweinefleisch erhöht, kündigte Rewe gerade erst eine Preissenkung für Hackfleisch an: Rewe verlangt dieses Woche nur 1,11 Euro pro 250-Gramm-Packung gemischtes Hackfleisch und senkt den Preis damit um 41 Prozent. Rewe-Kunden zahlen somit aktuell für dasselbe Produkt fast ein Viertel weniger als Lidl-Einkäufer.