Mallorca geht gegen Sauftourismus und Balconing vor

Jährlich wird die spanische Insel von Touristenmassen überrannt. In der Regel interessieren sich die Besucher aber weniger für Kultur, Altstädte oder die Landschaft. Eher konzentrieren sie sich auf Produkte aus den verschiedenen Brauereien. In der Folge kommt es immer wieder zu Schlägereien, Sachbeschädigungen und auch zu Todesfällen. Die Inselbehörden ringen derweil um eine Lösung.

Erneut nehmen die Behörden auf Mallorca einen Anlauf, eine Begrenzung der immer weiter ausartenden Exzesse durch Alkohol auf der zu Spanien gehörenden Mittelmeerinsel zu erreichen. Angedacht ist nun, dass der Verkauf und der Konsum von alkoholischen Getränken in bestimmten Gegenden streng reglementiert wird. Und auch gegen das sogenannten „Balconing“ wollen die Behörden schärfer vorgehen.

Immer wieder ist es in der Vergangenheit zu Stürzen von Hotelbalkonen gekommen, was neben Sachbeschädigungen und Schlägerein zu den häufigsten Folgen von Alkohol gehört. Touristen versuchen dabei, von einem Balkon auf einen anderen zu springen oder direkt in den Pool zu gelangen. Als Folge daraus gab es schon dutzende Verletzte, aber auch Tote sind mittlerweile zu beklagen. Touristen, die künftig dabei erwischt werden, sollen sofort aus dem Hotel verwiesen werden, wie spanische Medien berichteten. Das entsprechende Ministerium hat sich dazu noch nicht geäußert.

Um das negative Image von Mallorca als reine Partyinsel in den Griff zu bekommen, will die Balearenregierung bald ein neues Gesetz auf den Weg bringen, wie ein Sprecher betonte. Hohe Geldstrafen oder Schließungen bis zu drei Monaten drohen dann Bars und Clubs, wenn sie die Beschränkungen zum Verkauf und Konsum von Alkohol missachten sollten. Der Sprecher betonte allerdings, dass dieses Dekret, welches im Januar beschlossen werden soll, ausschließlich für gewisse Problemzonen gelten solle. Diese betreffen unter anderem die Schinkenstraße direkt, am Ballermann aber auch die von Briten häufig frequentierte Ausgehmeile Punta Ballena in Magaluf. Und auch auf Ibiza soll diese Regelung im Ort Sant Antoni de Portmany gelten.

Derzeit werde mit Hochdruck daran gearbeitet, für diese neuen Regulierungen eine breiten Konsens mit allen Betroffenen zu erreichen. Der letzte Vorstoß zu diesem Thema scheiterte genau an dem Versuch, gegen den Sauftourismus effektiv vorzugehen. Ende 2018 ist von der Vorgängerregierung ein Gesetzentwurf zur Reduzierung des Ausschanks von alkoholischen Getränken bei All-Inklusive-Angeboten am Widerstand der Reiseveranstalter und Hoteliers gescheitert.

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