MVG U-Bahn-Vergewaltiger bekommt 2 Jahre und neun Monate Haft

Gegen den U-Bahnfahrer, der im Juni dieses Jahrs eine betrunkene junge Frau nach der Endhaltestelle vergewaltigte, ist das Urteil gefallen. Für die Vergewaltigung an einer wehrlosen Frau muss der Mann für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis.

Ein unvergleichlich schrecklicher Vorfall ereignete sich in der Nacht des 16. Juni 2018 an der Endhaltestelle der U-Bahn in Großhadern, Raum München. Eine junge Frau stieg stark betrunken in eine U-Bahn und schlief ein. Somit verpasste die damals 18-Jährige den Ausstieg an der Endhaltestelle. Der U-Bahnfahrer, der an diesem Abend die Schicht fährt, bemerkt die junge wehrlose Frau und fasst sie an und vergewaltigt sie. Die Bahn steht in der für die Öffentlichkeit unbetretbare Wendeanlage.

Nachdem der Fahrer bemerkt, dass er wieder fahren muss, lässt er von seinem Opfer ab. Die Frau steigt aus der Linie U6 an der Station Großhadern aus und fällt sofort den dort stehenden Polizisten auf. Die junge Frau läuft stark angetrunken und mit offenem BH oder geöffneter Hose herum.
Daraufhin brachten die beamten die Frau auf die Wache und sie wurde medizinisch versorgt. Der 58-jährige Fahrer fuhr derweil seine Schicht zu Ende und ging dann nach Hause im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm.

Fahrer hat selbst drei Kinder
Drei Wochen lang kommt der Fahrer nicht zum Dienst. Derweil steht fest, dass die junge Frau von dem Mann vergewaltigt wurde. Eine Überwachungskamera überführt den Vergewaltiger. Als der Fahrer zur Arbeit zurückkommt erwarten ihn schon die Beamten. Der Vergewaltiger wurde festgenommen und wegen Vergewaltigung einer Widerstandsunfähigen und zusätzlich unterlassener Hilfeleistung angezeigt.

Der Fahrer kündigt seinen Dienst, den er seit 20 Jahren bei der MVG verrichtet, fristlos. Im Prozess erklärt die Richterin das Urteil: „Fahr nicht mit Fremden heim, fahr mit der U-Bahn. Und wenn was passiert, gehst du zum Fahrer und sagst ihm das.“ In diesem Fall war es ausgerechnet der Fahrer, der die Tat begann. „Sie war ihm hilflos ausgeliefert.“

Ein unmoralisches Angebot
Noch vor dem Prozess wurde allerdings ein unfassbares Detail bekannt. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) machte der damals 18-Jährigen kurz nach der Tat ein unglaubliches Angebot. Anwältin Ruth Beer vertrat das Opfer Marie H. und erklärte: „Laut meiner Mandantin wurde ihr nach dem Vorfall als Wiedergutmachung eine Fahrt mit der Party-Tram angeboten“. Ein Mitglied der Führungsebene hatte dem Vergewaltigungsopfer erst per Telefon und dann per SMS dieses Angebot unterbreitet.

„Sie war fassungslos und hat mit den Tränen gekämpft“, so die Anwältin. Der Sprecher der MVG, Matthias Korte dazu: „Wir bedauern zutiefst, wenn wir damit Irritationen hervorgerufen haben.“
Der Sender der SMS, ein Mitarbeiter der MVG ist nicht mehr im Unternehmen beschäftigt. Sein Weggang habe nichts mit dem Angebot zu tun, so der Sprecher.