Mysteriöse Kinderkrankheit im Zusammenhang mit Covid-19

Rätsel gibt noch immer eine Erkrankung mit schwerem Verlauf bei Kindern auf. Das Kawasaki-Syndrom war im Gespräch, nun zeigt sich, dass es sich um die Krankheit MIS-C handelt, die mit Covid-19 in Zusammenhang steht. Der Zeitpunkt der Sars-CoV-2-Infektion ist dabei bereits Wochen her.

Zwei ausführliche Studien von US-Forschern sind zu einem Syndrom veröffentlicht worden, das im Zusammenhang von Infektionen mit dem Coronavirus bei Kindern und Jugendlichen steht. Das sogenannte pädiatrische entzündliche Multisystem-Syndrom, abgekürzt MIS-C, wird im Fachblatt „New England Journal of Medicine“ ausführlich beschrieben.

In diesem Zusammenhang sind von den Wissenschaftlern knapp 300 Krankenakten von Kindern und Personen unter 21 Jahren ausgewertet worden, die zwischen März und Mai in den USA behandelt wurden. Festgestellt wurde bei allen Patienten eine Coronavirus-Infektion oder es lag zumindest ein dringender Verdacht vor.

Ende April hatte zuerst Großbritannien vor diesem Syndrom im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gewarnt. Die US-Gesundheitsbehörde CDC schloss sich im Mai dieser Warnung an. Rund 1000 Fälle wurden bislang weltweit registriert. Davon waren bis einschließlich 15. Mai 230 Fälle in Europa bekannt. An diesem speziellen Syndrom sind in Frankreich und Großbritannien jeweils ein Kind gestorben.

Zeitpunkt der Ansteckung geklärt

Das Syndrom tritt nach der nun veröffentlichten Studie erst Wochen nach einer Corona-Infektion auf. Meist vergingen 25 Tage, teilweise aber auch bis zu einem Monat, bis die Krankheit zutage trat, lautet der Hinweis auf die Studie, die auf nationaler Ebene durchgeführt wurde.

Eine zusätzliche Erkenntnis dieser Untersuchung ist, dass lediglich zwei von 100.000 Menschen unter 21 Jahren an MIS-C litten. Besonders häufig traf die Erkrankung Kinder mit hispanischen oder indischen Wurzeln sowie schwarze Kinder. Weiße Kinder betraf das Syndrom hingegen weniger.

Betroffene Kinder zeigen andere Symptome

Anders als bei einer klassischen Coronavirus-Erkrankung mit Atemwegsbeschwerden litten die jungen Patienten häufiger unter Magen-Darm-Beschwerden. Dazu gehörten Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen und Durchfall. Auch Hautausschlag gehörte zu den sichtbaren Merkmalen, besonders bei Kindern ab vier oder fünf Jahren.

Der Studie zufolge hatten alle Betroffenen Fieber, dass sich teilweise über vier oder fünf Tage streckte. Herz-Kreislaufprobleme hatten gut 80 Prozent, Aneurysma an den Herzarterien entwickelten acht bis neun Prozent der Kinder.

Eine Behandlung auf der Intensivstation erfolgte in 80 Prozent der Fälle, 20 Prozent mussten beatmet werden. Bei zwei Prozent lag die Todesrate.

Ursache bleibt noch ungeklärt

Mediziner hatten bei den ersten Fällen Ähnlichkeiten zum Kawasaki-Syndrom festgestellt. Dabei entwickeln insbesondere Säuglinge und Kleinkinder Entzündungsreaktionen an den Blutgefäßen, mitunter treten Herzprobleme auf. Diese Gemeinsamkeiten sind von der US-Studie nun bestätigt worden. Jedoch fallen die Entzündungsreaktionen bei MIS-C heftiger aus und es sind in der Regel ältere Kinder, die daran erkranken.

Die Ursache von MIS-C ist aber immer noch nicht geklärt. Vermutet wird eine Überreaktion des Immunsystems. Der Infektiologe Levin legte in einem Kommentar zu den US-Studien nahe, die Ursachen genauer zu untersuchen und somit bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus zu unterstützen.

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