Nach Arbeitsunfall amputiert sich US-Farmer sein eigenes Bein mit Taschenmesser

Diesen Routinejob hat er schon tausend Mal gemacht. Auf seinem Hof im US-Bundesstaat Nebraska füllte der Farmer Kurt Kaser Getreide in einen Silo. Als der 63-jährige neulich aus seinem Pick-up Truck und über das Blech des Einfülltrichters stieg, passiert es. Er rutschte ab und sein Fuß geriet dabei in die Förderschnecke, die er zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgestellt hatte.

So kam es, dass die Förderschnecke den Fuß und das Bein packte und Kaser immer tiefer in den Trichter zog. Dabei blieb ihm nicht viel Zeit, seine Optionen zu sortieren:

Er kriegte das Bein nicht aus der Schnecke.
Er kam nicht an den Knopf, um die Maschine abzustellen.
Er kam nicht an sein Mobiltelefon.
Er war allein auf dem Hof.
Niemand konnte ihm helfen.

Die nach dem archimedischen Prinzip funktionierende Schnecke transportiert über eine rotierende Schraube das Getreide in den höher gelegenen Silo. Unerbittlich mahlte die Maschine weiter und zerfleischte sein Bein dabei immer mehr. Er dachte sich, dass er sicher gleich ohnmächtig werden würde. Aber seine innere Stimme sagte ihm, dass er „durchhalten muss, wach bleiben. Gib einfach nicht auf.“

Nun musste er schnell handeln. Aus seiner Hose zog er sein Taschenmesser und begann damit, sein Bein zu amputieren. „Ich merkte, wie ich Nerven durchtrennte“, berichtete er später in einem Interview. Und er säbelte und hackte mit dem Messer, bis er frei war und das Bein endlich aus dem Trichter ziehen konnte. Nach dem er dies geschafft hatte, kroch er unter größten Qualen noch einmal 50 Meter bis zu seinem Haus, wo er dann ein Telefon erreichen konnte. Mit einem Hubschrauber wurde er dann in ein Krankenhaus geflogen.

Passiert ist der schwere Unfall bereits im April, nun sitzt Kaser in einem Rollstuhl. Er versucht, für ein Foto der Presse zu grinsen, was ihm aber schwer fällt. Auf die Frage der Reporter, wie er sich seine Geistesgegenwart und Entschlossenheit erkläre, sagte er nur: „Ich habe nur getan, was ich konnte. Nur so geht es, habe ich mir gedacht. Und es hat funktioniert.“ Für irgendwelche Zweifel oder Angst blieb ihm auch keine Zeit. Er sagte den Reportern lediglich, dass er ein Sturkopf sei, der niemals aufgibt.

Diese Geschichte erinnert sehr an den US-Bergsteiger Aron Ralston und seine erlebten Qualen. 2003 war der junge Ingenieur bei einer Wanderung in Utah von einem rutschenden Steinbrocken eingeklemmt gewesen. Insgesamt hielt er fünf Tage durch, bis er sich den Arm unterhalb des Ellenbogens mit seinem Taschenmesser abtrennte. Später erklärte er zu den Vorkommnissen, dass er mehr an seinem Leben als an seinem Arm hing.

Dies würde der Farmer Kurt Kaser wahrscheinlich genau so unterschreiben.