Neue Ölroute nach Europa eröffnet

Die gegenseitigen Angriffe im Iran-Krieg nehmen täglich zu und gleichzeitig verschlechtert sich zunehmend die globale Versorgung mit Öl und Gas. Insbesondere das Nadelöhr der Straße von Hormus steht im Augenblick im Fokus der Nachrichten. Hier verhindern die Iraner durch ihre Kontrolle der Meerenge den Transport von Öl, Gas und anderen wichtigen Rohstoffen aus den arabischen Ländern in den Rest der Welt.  

In der Zwischenzeit steigen die Ölpreise stetig an und auch an deutschen Zapfsäulen ist das Leid in Hinsicht auf die Spritpreise groß. Jetzt kommt ein Schimmer von Hoffnung, denn eine brachliegende Pipeline, die einst Öl aus Arabien ins Mittelmeer transportiert hatte, soll wieder in Gebrauch genommen werden. Um dies zu bewerkstelligen, mussten sich zwei Todfeinde zusammenraufen und nach jahrzehntelangen, zumeist tödlichen Auseinandersetzungen wieder miteinander in Verhandlung treten. 

Erzfeinde verhandeln über Transport 
Die neu eröffnete Ölroute, die vom Irak über die Autonome Region Kurdistan in die Türkei und ins Mittelmeer laufen soll, war in den vergangenen Tagen Gegenstand intensiver diplomatischer Verhandlungen, besonders zwischen dem Irak und den Kurden. Die Pipeline wurde im Ausgangspunkt nicht mehr genutzt, weil sich die beiden feindlich gesinnten Länder nicht über die gerechte Verteilung der Gewinne, die von dem Öltransport gewonnen werden, einigen konnten. Jetzt ist es aber zu einem Durchbruch gekommen und ab sofort soll wieder Öl in Richtung Europa fließen. „Es herrschen außergewöhnliche Umstände“, erklärte der kurdische Ministerpräsident Masrur Barsani in einem Gespräch über die unerwartete Neueröffnung der Pipeline mit der Deutschen Welle. „Wir alle teilen die Verantwortung dafür, dieses schwierige Kapitel zu überstehen.“ 

Andere Länder leisten Folge 

Auch in den anderen arabischen Ländern sieht man sich jetzt nach Alternativen für die Straße von Hormus um. Saudi-Arabien will wieder verstärkt seine Ost-West-Pipeline nutzen, die von den Ölfeldern in der entgegengesetzten Richtung vom Iran bis ans Rote Meer läuft. Allerdings herrschen dort neue Gefahren, denn die mit dem Iran verbundenen Huthi-Rebellen kontrollieren dort die Durchfahrt von der jemenitischen Küste aus und sind für ihre hinterlistigen Angriffe auf Öltanker bekannt. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate haben eine Pipeline, die die Straße von Hormus umgeht und von Abu Dhabi zum Hafen Fudschaira am Golf von Oman südlich der Meerenge verläuft. Alle arabischen Länder berichten jedoch, dass die Pipelines nur einen kleineren, wenn auch nicht unbeträchtlichen Teil der normalen Öllieferungen darstellen werden. Der Irak hat bereits gewarnt, dass das Land die Ölproduktion stark gedrosselt hat, und die Pipeline nur ein Zehntel dessen transportieren kann, was das Land normalerweise täglich versendet.

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  • IHR IDIOTEN von starköpfigen Politikern nehmt Nord Stream 2 in Betrieb, dann brauchen WIR uns über schon längst genutzte angeblich brachliegende ÖL-Pipeline aus Arabien keine Gedanken machen. Wir brauch doch hier NICHT über die DUNKLEN Kanäle der Gas-Öl Lieferungen nach Deutschland und Europa uns den Kopf zerbrechen!

  • Es ist immer wieder erstaunlich das DIE BESSERWISSER zum jetzigen Geschehen KEINE Meinung haben!

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Alexander Grünstedt