

Ein Bericht sorgt derzeit für viel Wirbel: Lidl-Märkte greifen durch. Es wurde ein striktes Verbot erlassen, das eine ganze Gruppe von Kunden in den bestimmten Filialen betrifft. Darüber hinaus sind derzeit eine Reihe großer Veränderungen im Gange, die die Art und Weise, wie wir einkaufen, tiefgreifend beeinflussen dürften.
Die SB-Kassen von Lidl sind Segen und Fluch zugleich: Wenn man sich gut auskennt, kann man damit schnell seinen Einkauf erledigen. Aber die Gefahr von Fehlern ist groß, ebenso wie der Spielraum für Missbrauch. Oft werden die falschen Artikel auf dem Bildschirm ausgewählt und oft werden Mengen falsch eingegeben. Damit soll nun Schluss sein.
Lidl-Märkte erteilen neues Verbot
Um zu verhindern, dass Artikel unbezahlt aus der Tür gehen, haben mindestens zwei Lidl-Märkte in Berlin einen Schritt unternommen, der in der Presse für Aufsehen gesorgt hat: Sie haben Gruppen von Personen verboten, die SB-Kasse zu benutzen.
Wie eine Mitarbeiterin gegenüber dem BIlLD schildert, kommen in den Schulpausen die Schüler „hier pulkweise herein“. Vor allem Backwaren sind sehr begehrt – und es wird immer viel gedrängelt – auch im SB-Bereich, wo dann plötzlich 3 Brote als eines gezählt werden, oder billige Artikel zum Bezahlen herausgepickt werden, statt der teureren Leckereien, die eigentlich in der Tüte sind. Die Folge: Die betroffenen Filialen haben nun ein Verbot für Schülergruppen im SB-Bereich eingeführt.
Kunden aufgepasst: Das passiert in Lidl-Märkten bundesweit
Aber man kann nicht einfach viele Leute vom Gebrauch der SB-Kassen aussperren, und darum geht es ja auch gar nicht: Ganz im Gegenteil: Lidl hat angekündigt, bis zum Frühjahr in mindestens der Hälfte aller Märkte SB-Kassen einzuführen. Es müssen also andere Maßnahmen kommen, und diese werden die Kunden bald bemerken:
Zum einen wird die Kameraüberwachung inklusive Artikelerkennung verbessert: Künftig weiß Lidl genau, was man im Einkaufskorb hat, bis hin dazu, ob man z.B. Bio- oder normales Obst auf die Waage legt.
Neues Scan & Go-System soll Fehler reduzieren: Schon bald können Kunden in vielen Filialen die Artikel, die sie aus dem Regal nehmen und in den Einkaufswagen legen, einfach in ihre Lidl-Plus-App scannen. Um zu bezahlen, müssen sie dann nur noch an eine Kasse gehen und den QR-Code aus ihrer App scannen.
„Rescanning“: Neue Kontrollen beim Einkaufen
Verstärkte Kontrollen: In den kommenden Monaten könnten immer mehr Kunden zur Seite genommen werden, um die soeben bezahlten Artikel erneut scannen zu lassen. Dabei wird überprüft, ob sie alles korrekt eingescannt und auch richtig bezahlt haben. Wie inside digital schreibt, werden die Kunden, deren Artikel „nachgescannt“ werden, zunächst entweder zufällig ausgewählt oder, wenn ihr Einkaufsverhalten auffällig ist, d. h. wenn sie viele, vor allem teure Artikel aus ihrem digitalen Warenkorb gelöscht und viele Änderungen vorgenommen haben. Diejenigen, die diese Kontrollen mit Bravour bestehen, werden in Zukunft mit weniger Kontrollen konfrontiert, während die Kunden, bei denen Ungereimtheiten festgestellt werden, damit rechnen müssen, dass ihre Einkäufe fortan häufiger kontrolliert werden.
Und damit nicht genug: Kunden berichten, dass sie jetzt auf immer mehr Artikeln – von Kaffee über Schokolade bis hin zu Fleisch – gelbe Sicherheitsaufkleber finden.
Satte 3 Milliarden Euro hat der Einzelhandel im Jahr 2024 durch Diebstahl verloren – ein massiver Verlust, dem Lidl in seinen Filialen nun unbedingt Einhalt gebieten will.