Quarantänepflicht und digitale Einreiseanmeldung zum 15. OKtober

Die Quarantänepflicht kommt gemeinsam mit der digitalen Einreiseanmeldung zum 15. Oktober. Das müssen Reisende jetzt wissen.

Das Bundesinnenministerium kündigte die neue Teststrategie für Reiserückkehrer bzw. Einreisende aus Risikogebieten „auf der Basis einer neuen Rechtsgrundlage“ zum 15. Oktober an. Gleichzeitig wird die digitale Einreiseanmeldung eingeführt.

Auf der Website der deutschen Botschaft heißt es: „Künftig soll eine 14-tägige Quarantäne-Pflicht für Einreisende aus Risikogebieten gelten. Eine Verkürzung der Quarantäne ist mit einem negativen Corona-Testergebnis möglich. Der Test kann frühestens fünf Tage nach Einreise durchgeführt werden. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Bundesländer beschlossen.“

Die Gesundheitsminister der Länder hatten gemeinsam mit Bundeskollegen Jens Spahn (CDU) angeregt, die kostenlosen Corona-Tests für Reiserückkehrer abzuschaffen, welche teilweise die Kapazitäten der Labore an ihre Grenzen gebracht hatten. Seit Wochen können Einreisende aus Risikogebieten die Quarantänepflicht mit einem negativen Corona-Test umgehen, insofern dieser nicht älter als 48 Stunden war. Dies gilt nur noch bis zum 15. Oktober. Dann muss jeder, der aus einem Risikogebiet einreist, mindestens fünf Tage in Quarantäne, erst dann kann er sich durch einen Corona-Test von dieser Maßnahme befreien.

Digitale Einreiseanmeldung
Wie die dpa mitteilt, komme außerdem das digitale Einreise-Portal. Wer aus einem Risikogebiet in die Bundesrepublik reise, müsse sich dort vorab anmelden und erhielt dann eine Bestätigung, die am Grenzübergang vorgezeigt werden solle. Die Daten würden automatisch an das entsprechend zuständige Gesundheitsamt übermittelt. Wer ohne Anmeldung einreise, müsse mit einem Bußgeld rechnen. Für Berufspendler und Reisende im sogenannten kleinen Grenzverkehr sollen Ausnahmeregelungen getroffen werden.

„Quarantänepflicht ist wie ein zweiter Lockdown“
Die neue Quarantäneregel trifft auf großen Widerstand seitens der Reisebranche. „Eine pauschal angeordnete Quarantäne bedeutet faktisch einen zweiten Lockdown für die Luftverkehrs- und Tourismusbranche und für alle Menschen, die über Ländergrenzen hinweg unterwegs sein müssen“, erklärte Fraport-Chef Stefan Schulte am Mittwoch. Der Vorsitzende des Frankfurter Flughafen befürchtet, dass die neue Regel nicht nur Urlauber sondern auch Geschäftsreisende behindern würde. Schulte schlug vor, stattdessen weiter die Testkapazitäten auszubauen, wo dies notwendig sei. Am Frankfurter Flughafen habe die bisherige Teststrategie funktioniert. „Nur weil in einigen Fällen die Test-Kapazitäten knapp werden, ist es völlig falsch, die bereits aufgebaute Testinfrastruktur abzuschaffen,“ so der Fraport-Chef. Für die ohnehin schwer angeschlagene Luftfahrt- und Reisebranche sei die geplante Quarantänepflicht ein unverantwortlicher Schritt, beklagen Airlines, Flughäfen und Reiseverbände seit Wochen.