Regionalbahn in NRW beschossen: Mordkommission ermittelt

In der Nähe des Ruhrgebiets wurde eine fahrende Regionalbahn mehrfach beschossen. Die Mordkommission ermittelt, weil die Täter mutmaßlich in Kauf nahmen, Passagiere tödlich zu treffen.

Am Samstagabend schossen Unbekannte mit einer Kleinkaliber-Waffe mehrfach auf einen Zug zwischen Lüdenscheid und Lüdenscheid-Brügge in Nordrhein-Westfalen. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Passagiere und Zugpersonal sind mit einem Schrecken davongekommen. Doch das hätte anders ausgehen können. „Es wurde scharf geschossen – vermutlich mit einer Kleinkaliber-Waffe“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei zur „BILD“-Zeitung. „Das ist kein Jungendstreich“, betonte einer der Ermittler. Inzwischen wurde die Mordkommission Hagen auf den Fall angesetzt.

Die Ermittlungen „wegen mehrfachen versuchten Mordes“ laufen auf Hochtouren. Mithilfe eines Hubschraubers wird großflächig nach dem Täter oder den Tätern gesucht. Der betreffende Streckenabschnitt musste gesperrt werden, damit die Spurensicherung den Tatort untersuchen kann. Die Bahn selbst kam nach den Schüssen noch sicher im Bahnhof Brügge an.

Die Schüsse fielen am Samstagabend gegen 21:00 Uhr. „Mehrere Fenster sind gesplittert, aber nicht zerschlagen worden“, erläuterte ein Pressesprecher der Polizei. Auf Bildern sind die Einschussstellen deutlich zu sehen. Als die Schüsse fielen, fuhr die Bahn mit rund 70 km/h zwischen Lüdenscheid und Lüdenscheid-Brügge. Wie viele Schüsse gefallen sind, konnte der Sprecher am Sonntagmorgen noch nicht sagen.

Linienbus in Bielefeld beschossen

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich erst am Dienstagabend im ca. 150 km entfernten Bielefeld. Dort wurde ein fahrender Linienbus mit einem bisher nicht genannten Objekt getroffen. Der Bus fuhr gerade durch den Bielefelder Ortsteil Oldentrup als der Anschlag verübt wurde. Der Fahrer des Busses wurde auf den Vorfall aufmerksam, weil er zunächst ein Knacken und später ein Zerbersten der Scheibe wahrnahm. Zu diesem Zeitpunkt bog der Bus gerade an einer Kreuzung ab.

Die Polizei fand anschließend weder Steine noch Projektile, weswegen noch nicht ganz klar ist, mit was der Bus beschossen wurde. An der linken Seite des Fahrzeugs befand sich ein Einschussloch in einem doppeltverglasten Fenster. Die äußere Scheibe war durch den Einschlag zersplittert worden. Es blieb ein großes Loch zurück. Die hintere Scheibe war gerissen. Eine kleine runde Einschlagstelle zeigt auf, wo das Geschoss abgeprallt ist.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die noch unbekannten Täter aus größerer Distanz geschossen haben müssen. In dem Bus befanden sich vier Fahrgäste und der Fahrer. Alle blieben unverletzt.