Reisender verhaftet wegen schlechter Online-Bewertung

Auf Portalen wie Holidaycheck, Booking und Tripadvisor bewerten Urlauber ihren Hotelaufenthalt. Einem Hotelgast wurde dies nun zum Verhängnis. Nach einer schlechten Bewertung auf Tripadvisor nahm die Polizei den Mann fest. Ihm drohen bis zu zwei Jahre Haft wegen Rufschädigung.

In Thailand wurde ein US-Amerikaner festgenommen, weil er sich auf der Online Plattform Tripadvisor schlecht über sein Hotel geäußert hatte. Der Besitzer des Fünf Sterne Resorts sah in der Bewertung eine Rufschädigung und brachte diese zur Anzeige. Der US-Amerikaner namens Wesley Barnes wurde daraufhin von der Einwanderungspolizei festgenommen. Gemäß Anti-Verleumdungsgesetz sieht das Recht in Thailand für Rufschädigung eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren vor. Dies könnte nun auch Barnes drohen.

Barnes arbeitet in Thailand und hielt sich deshalb, auch nach seinem Urlaub auf der Insel Koh Chang, weiterhin in Thailand auf. Im Juni hatte er einige Zeit im „Sea View Resort“ auf der sogenannten Elefanteninsel verbracht. Das Hotel liegt direkt an der Küste, die für türkisblaues Wasser und idyllische, endlose Sandstrände bekannt ist. Auf Tripadvisor wird das Resort überwiegend sehr gut bewertet. Doch Barnes hatte den Aufenthalt offenbar nicht so positiv wahrgenommen. Nach seinem Aufenthalt teilte er seine Erfahrungen auf Tripadvisor. Er beklagte sich in einem Kommentar über das „unfreundliche Personal“. Seinem Bericht zufolge sei er behandelt worden, als wären Gäste unerwünscht. Außerdem beklagte er das schlechte Management des Hotels. Das Personal würde behandelt „wie Sklaven“. Laut Polizeimeldung sei es zu einem Streit gekommen, weil Barnes mitgebrachten Alkohol im Hotelgelände konsumiert hatte.

Immer wieder werden Fälle bekannt, indem Urlauber mit dem Gesetz ihres Gastlandes in Konflikt geraten, weil das dortige Rechtssystem vermeintliche Kleinigkeiten hart bestraft. Neben zwei Jahren Haft für Verleumdung drohen in Thailand bis zu 15 Jahre Haft für Majestätsbeleidigung. In Sri Lanka ist es untersagt heiligen Figuren den Rücken zuzudrehen, während ein Foto gemacht wird. Für die religiöse Respektlosigkeit drohen Geldstrafen, Landesverweis oder Haft. Besondere Vorsicht ist beim Konsum von Rauschmitteln geboten. Wer beim Drogenkonsum oder beim Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit erwischt wird, muss in vielen Ländern mit hohen Haftstrafen rechnen. In Bangladesch, Indonesien, Thailand, Malaysia, Saudi-Arabien, Katar oder Singapur erfolgt in besonders schweren Fällen sogar die Todesstrafe. Die Ausfuhr von Kultur- oder Naturgütern wie Sand, Fossilien oder Steinen steht ebenfalls in vielen Ländern unter hohen Strafen. Darüber hinaus ist insbesondere in muslimischen Ländern darauf zu achten, kein Sittlichkeitsvergehen zu begehen. Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit sind teilweise mit hohen Geldbußen versehen. Für gleichgeschlechtliche Annäherungen droht in einigen afrikanischen und asiatischen Ländern sogar die Todesstrafe.