Revolution bei Hartz IV: Mehr Geld, neue Regeln – das müssen Sie wissen

Die Grundsicherung, umgangssprachlich auch als Hart-IV bekannt, soll durch das sogenannte Bürgergeld abgelöst werden und deutlich höher ausfallen als bisher. Bei der Neuberechnung sollen die Lohnentwicklungen und auch die Inflation berücksichtigt werden. Ein erster Entwurf liegt jetzt dem Arbeitsministerium zur Diskussion vor.

Der Regelsatz des künftigen Bürgergeldes soll demnach bei 502 Euro liegen. Bedeutet, dass die bisherigen Hartz-IV-Regelsätze damit um mehr als 50 Euro erhöht werden. Wie eine Sprecherin des Ministeriums bestätigte, soll sich der Entwurf aktuell in der Ressortabstimmung befinden. Aber die Höhe des Bürgergeldes könne sich noch einmal ändern – in jede Richtung.


Wie sehen die Berechnungen für das neue Bürgergeld aus? Wie kommt man auf 502 Euro Regelsatz? Dies ist das Ergebnis zwei aufeinander folgender Rechnungen. Im ersten Schritt werden die Regelsätze mithilfe eines Mischindexes bestimmt, der zu 30 Prozent die Entwicklung bei den Löhnen und zu 70 Prozent die Preisentwicklung berücksichtigt. Hierfür werden die Daten aus dem zweiten Quartal des Vorvorjahres und aus dem ersten Quartal des Vorjahres hinzugezogen.

Würde man die Erhöhung allein danach berechnen, würde der Regelsatz für alleinstehende Erwachsene von 449 Euro nur auf 469 Euro erhöht. Aber in einem zweiten Schritt wird auch ein Zuschlag für die zu erwartende künftige Inflation einbezogen. Dies geschieht auf Grundlage einer Prognose mithilfe der aktuellsten verfügbaren statistischen Daten. Das Ergebnis ist ein Regelsatz für alleinstehende Erwachsene in Höhe von 502 Euro.

Das Bürgergeld soll die Hartz-IV-Leistungen schon im kommenden Jahr ablösen. Im Koalitionsvertrag heißt es hierzu: „Anstelle der bisherigen Grundsicherung (Hartz IV) werden wir ein Bürgergeld einführen. Das Bürgergeld soll die Würde des und der Einzelnen achten, zur gesellschaftlichen Teilhabe befähigen sowie digital und unkompliziert zugänglich sein.”

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