Sachsen-Ministerpräsident: „Die zweite Welle ist schon da“

In Deutschland und weltweit spitzen sich die Infektionszahlen wieder zu. Laut Michael Kretschmer (45, CDU) hat uns bereits die zweite Welle erreicht!

„Die zweite Corona-Welle ist schon da.“ sagte Michael Kretschmer, der amtierende Ministerpräsident des Bundeslands Sachsen gegenüber der Rheinischen Post und erläuterte, „sie findet bereits jeden Tag statt. Wir haben jeden Tag neue Infektionsherde, aus denen sehr hohe Zahlen werden könnten“.

Die Gesundheitsämter Länder und Kommunen seien mit der Aufgabe konfrontiert, Tag für Tag neue Infektionsherde zu erkennen und unter Kontrolle zu bringen, erklärte der Ministerpräsident. „Das klappt erstaunlich gut“, findet Kretschmer und lobte das föderale System der Bundesrepublik, wodurch das epidemiologische Geschehen lokal zu bewältigen sei. Die Ministerpräsidenten der Länder könnten regional abwägen, welche Maßnahmen zu ergreifen seien. Zentralistisch regierte Länder könnten hier weniger präzise vorgehen und hätten somit einen Nachteil. Weiter sieht Kretschmer im Umgang mit der Pandemie einen Beweis, dass die neuen und alten Bundesländer „zusammengewachsen“ seien. „Die Menschen in Ost und West ticken in dieser Krise gleich.“

Das Robert-Koch-Institut (RKI) bestätigte eine „beunruhigende“ Entwicklung der Infektionszahlen in Deutschland. Am Freitag registrierte das Institut 815 Neuinfektionen und damit einen deutlich erhöhten Wert gegenüber den vergangenen Wochen. „Zuvor lag die Zahl bei um die 500 übermittelten Fällen pro Tag, zeitweise auch deutlich darunter“ erläuterte eine RKI-Sprecherin, eine weitere Verschärfung der Situation müsse unbedingt verhindert werden, ermahnte das Institut gegenüber der dpa.

In Ostasien zeichnet sich ein ähnlicher Trend ab wie in Europa. Die Zahlen die vielerorts unter Kontrolle schienen, steigen wieder an. In Südkorea wurden 113 Neuinfektionen innerhalb eines Tages festgestellt. Dieser Wert wurde zuletzt nur im März überschritten. Auch in China werden steigende Neuinfektionszahlen registriert.

Die Anzeichen einer zweiten Welle zeigen sich sogar aus globaler Sicht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldete am Freitagabend so viele Neuinfektionen wie noch nie seit Beginn der Corona-Ausbreitung. Insgesamt wurden 284.196 Neu-Infizierte binnen 24 Stunden festgestellt.

Epizentren der Pandemie sind nach wie vor die USA, Brasilien und Indien mit jeweils weit über 50.000 Neuinfektionen an einem einzigen Tag. In den USA starben mehr als 4000 Menschen innerhalb von vier Tagen. Am Freitag stieg die Gesamtzahl der Corona-Opfer in dem Land unter Präsident Donald Trump auf 145.352. Weltweit erlagen dem Virus bislang 630.000 Menschen.

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