Schwerer Sicherheitsvorfall bei Twitter

Um dubiose Bitcoin-Deals anzubieten, haben sich unbekannte Hacker Zugriff auf die Konten von Barack Obama, Präsidentschaftskandidaten Joe Biden und auch Amazon-Chef Jeff Bezos beim Kurznachrichtendienst Twitter verschafft. Diese teilte das Unternehmen am Mittwoch (Ortszeit) mit. Man wisse um diesen Sicherheitsvorfall und dass sich dies auf die Konten bei dem Kurznachrichtendienst auswirke. Es laufe bereits eine Untersuchung und man werde zeitnah über den Stand der Dinge informieren, so das Unternehmen aus San Francisco.

Über die betroffenen Accounts wurden gefälschte Tweets mit dem Versprechen abgesetzt, dass man 2000 Dollar erhalte, wenn man 1000 Dollar an eine bestimmte Bitcoin-Adresse schicke. Es traf neben den oben genannten Personen auch weitere Unternehmer wie Michael Bloomberg, Bill Gates und den Tesla-Chef Elon Musk. Gehackt wurden aber auch Stars wie Kanye West und seine Frau Kim Kardeshian West. Vom FBI wurde ein Kommentar abgelehnt, man wisse aber um die Sicherheitslücke bei Twitter.

Ob die Inhaber der Konten selbst ins Visier geraten sind, ist nicht bekannt. Es sollten in erster Linie deren Follower dazu verleitet werden, Geld an die Bitcoin-Adresse zu schicken. Die zuständige Twitter-Abteilung von Joe Biden habe „den Account binnen weniger Minuten nach dem Leck gesperrt und den damit verbundenen Tweet beseitigt“, heißt es aus dem Wahlkampfteam. Obamas Büro äußerte sich nicht zu den Vorfällen.

12,9 Millionen Bitcoins eingegangen – die Hälfte wieder abgezogen

Fast alle dieser Fake-Tweets wurden rasch gelöscht, aber die Nachrichtenagentur AP konnte noch von etlichen Nachrichten Screenshots machen. Das der mysteriöse Tweet nicht von ihm stamme, bestätigte unter anderem Bill Gates. Wie ein Sprecher des Milliardärs sagte, handele es sich wohl um ein größeres Problem, mit dem sich Twitter konfrontiert sehen. Sowohl Gates als auch Bezos und Musk gehören zu den zehn reichsten Menschen der Welt. Zusammen besitzen die drei Männer ein geschätztes Vermögen von sagenhaften 362 Milliarden Dollar. Entsprechend viele Follower haben sie auch bei Twitter.

Wie es aussieht, war der Bitcoin-Account, der unter den Tweets genannt wurde, erst am Mittwoch erstellt worden. 12,9 Millionen Bitcoins waren dort bis Ende des Tages eingegangen, das entspricht bei dem derzeitigen Kurs etwa 114.000 Dollar. Etwa die Hälfte der Summe sei im Laufe des Tages von Bitcoin abgezogen worden.

Während Twitter an dem Problem arbeite, bestehe die Gefahr, dass viele der täglich gut 166 Millionen Nutzer nicht in der Lage sein könnten, ihre Passwörter zu ändern und zu twittern, so das Unternehmen. Allerdings könne es sich dabei auch um eine Demonstration der schwachen Sicherheitskontrollen bei dem Netzwerk handeln. Eine einflussreiche Rolle spielt der Dienst voraussichtlich im kommenden Wahlkampf.

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