Seuchen-Alarm: Schwere Bronchiolitis-Welle in Frankreich

In Frankreich greift das Virus regelrecht als Epidemie um sich. Deswegen wurde aus Paris sogar der Notfallplan ORSAN aktiviert. Besonders gefährdet sind Babys und Kleinkinder.

Das RS-Virus sorgt für gefüllte Spitäler und Krankenhäuser in den Nachbarländern an der süddeutschen Grenze. Sowohl die Schweiz als auch Frankreich meldet erhöhte Krankenhauseinweisungen mit Bronchiolitis. Der französische Gesundheitsminister Francois Braun rief deshalb Anfang November den Notfallplan ORSAN aus. Kurz davor waren 6891 Kleinkinder binnen sieben Tagen in französischen Notaufnahmen erfasst worden. 2337 davon mussten stationär aufgenommen werden. Meistens handelte es sich um Babys im ersten Lebensjahr.

Die betroffenen Kinder erkrankten an einer Bronchiolitis, ausgelöst durch das RS-Virus (Respiratorisches Synzytial Virus). Der Erreger führt besonders bei Kleinkindern unter zwei Jahren zu einer schweren Atemwegserkrankung bis hin zur Lungenentzündung. Für größere Kinder oder Erwachsene ist das Virus meist ungefährlich.

Auch in Deutschland wird vor RSV gewarnt. Im vergangenen Jahr wurden auch hierzulande erhöhte Fallzahlen gemeldet. Erkrankungswellen treten typischerweise zwischen November und März auf.

Mediziner gehen davon aus, dass die Erkrankung sich seit der Pandemie heftiger ausbreitet als zuvor. Durch die Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung von Sars-CoV-2 sei auch das RSV gehemmt worden. Infolgedessen bildeten besonders ältere Kinder keinen Immunschutz. Unter ihnen kursiert das Virus nun ungehindert. Bei größeren Kindern kommt es dann meist nur zu einer milden Symptomatik. Stecken diese jedoch beispielsweise ihre jüngeren Geschwister an, so können diese ernsthaft erkranken.

Eine gute Nachricht bleibt: Die Erkrankung verläuft in unseren Breitengraden selten tödlich. In Krankenhäusern erholen die Kinder sich meist ohne Folgeschäden. Betroffene Babys und Kleinkinder werden notfalls mit Sauerstoff behandelt. Außerdem stellen Ärzte sicher, dass die erkrankten Kinder genug Flüssigkeit und Nahrung bekommen. Unter diesen Umständen kann die Erkrankung gut ausheilen.

Trotzdem sollten Eltern die Erkrankung ernst nehmen. Unbehandelt kann der Verlauf durchaus lebensbedrohlich werden. Erste Symptome sind typische Atemwegsprobleme wie Husten und eine verstopfte Nase. Wenn diese Symptome offensichtlich dafür sorgen, dass Kinder nicht mehr richtig essen und trinken oder gar Atembeschwerden auftreten, sollten Eltern unbedingt einen Kinderarzt aufsuchen. Dieser beurteilt dann, ob eine Überweisung in ein Krankenhaus notwendig ist oder ob die Erkrankung zuhause auskuriert werden kann.

Besonders anfällig für einen schweren Verlauf sind Kinder mit Herzerkrankungen, Frühgeborene sowie Kinder mit chronischen Lungenerkrankungen oder Erkrankungen des angeborenen Immunsystems.

Ein Kommentar

  1. und im Jahr 2012 sind in Frankreich 69525 Menschen an Atemwegserkrankungen VERSTORBEN!
    Und 35,4 % von Ihnen an Bronchitis oder anderen “nicht Krebs, Asthma oder Grippe – Erkrangungen.
    Das wären dann also rund 30.000. VERSTORBEN! Nicht “hospitalisiert”!
    Fügtt doch bitte euren Horrormeldungen Vergleichszahlen aus anderen Jahren hinzu, damit die Kirche im Dorf bleibt. Danke.
    Quelle: “https://ec.europa.eu/eurostat/documents/2995521/6980734/3-10092015-AP-DE.pdf/e8c1e5c5-4f9f-4041-8ff5-2a26bd9f9104?t=1441802569000”

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