Spanien will Register für Impfverweigerer einführen

Die Impfbereitschaft der Spanier steigt nach einer neuen Studie derzeit rasant an. Waren es anfänglich rund die Hälfte der Einwohner, die keine Impfung wollten, so sind es inzwischen nur noch knapp 30 Prozent. Doch wird von den Behörden bereits an einer Verweigerer-Kartei gearbeitet, die auch von anderen Ländern in Europa einsehbar sein soll.

Ein Register mit den Namen derjenigen Personen, die eine Impfung gegen das neuartige Coronavirus ablehnen, wird derzeit von den spanischen Behörden geplant. Zwar werde dieses Register nicht öffentlich zugänglich sein, doch könne dies an weitere europäische Länder weitergegeben werden. Dies sagte in einem Interview gegenüber dem Fernsehsender La Sexta der Gesundheitsminister des Landes, Salvador Illa. Entsprechend des Impfplanes erhält jeder Bürger des Landes einen Impftermin. Auch wenn die Impfung freiwillig ist, so werde doch jeder registriert, der dieser Einladung nicht folge. Illa versicherte zudem, dass die Behörden „mit dem allergrößten Respekt für den Datenschutz“ vorgehen würden.


Am vergangenen Montag hat das staatliche Meinungsforschungsinstitut Zentrum für Soziologische Studien eine neue Studie veröffentlich. Demnach ist in Spanien der Anteil an Impf-Verweigerern stark gesunken. Nur noch rund 28 Prozent der Befragten gaben im Dezember an, sie würden solch eine Impfung ablehnen. Dieser Wert betrug im Vormonat noch 47 Prozent. Von knapp 37 auf 40 Prozent stieg gleichzeitig die Impfbereitschaft der Spanier.

„Problem bei Temperatur-Kontrollen“: Biontech-Lieferung verzögert sich

Derzeit kommt es zu Verzögerungen bei der geplanten zweiten Lieferung von rund 350.000 Impfdosen von Biontech und Pfizer. Demnach gibt es beim Hersteller in Belgien logistische Probleme. Spanische Medien zitieren dabei übereinstimmend den Gesundheitsminister: „Es scheint sich um ein Problem bei der Kontrolle der Temperatur zu handeln“. Bei der Lagerung des Präparats von Biontech und Pfizer sind Temperaturen von minus 70 Grad erforderlich. Von der Verzögerung sind sieben weitere Länder in Europa betroffen, sagte der Minister weiter. Nicht mitgeteilt wurde aber, um welche es sich dabei handelt. Inzwischen sei das Problem behoben und die zweite Charge stehe demnach ab heute zur Verfügung.

Auch Spanien hat am Sonntag mit der Impfkampagne gegen Covid-19 mit einer eher symbolischen Aktion begonnen. Lediglich 9.750 Impfdosen kamen dabei zum Einsatz, die tags zuvor angekommen waren. Die 96-jährige Araceli Hidalgo in Guadalajara war die erste Spanierin, die geimpft wurde. Die Regierung in Madrid rechnet mit rund 4,6 Millionen Impfdosen in den nächsten rund zwölf Wochen, die für knapp 2,3 Millionen Menschen einen Schutz bringen sollen.

In der Pandemie gehört Spanien zu den Ländern, die in Europa mit am stärksten davon betroffen sind. Bislang starben rund 50.000 Menschen an oder mit dem Virus. Landesweit sind bisher mehr als 1,8 Millionen Infektionen nachgewiesen worden.