Terror-Attacken auf zwei Moscheen in Neuseeland

Während des Freitagsgebets in einer Moschee in Christchurch (Neuseeland) stürmt ein bewaffneter Mann herein und schießt wild um sich. Auch eine weitere Moschee wird gleichzeitig angegriffen. Insgesamt gibt es bisher 49 Tote.

Gegen 13.45 Uhr stürmte ein Angreifer die Al Noor Moschee und eröffnete das Feuer. Auch auf Kinder soll nach Augenzeugenberichten geschossen worden sein. Die Polizei hat den Täter als rechtsextremistischen Australier namens Branton Tarrant identifiziert, der laut Zeugen bei dem Massaker Tarnkleidung, Helm und schusssichere Weste getragen habe. Den Angriff hat er live auf Facebook gestreamt.

Zum Zeitpunkt des Angriffs waren mehr als 300 Menschen in der Moschee. Immer wieder habe der Täter mit seiner automatischen Waffe in die Menge geschossen. Ein Augenzeuge berichtete von Schüssen und mehreren auf dem Boden liegenden Menschen und „Blut überall“.

Später fielen dann noch Schüsse in der Linwood Moschee, welche in einem Vorort von Christchurch liegt. Bisher ist nicht bekannt, ob es sich dabei um den selben Täter handelt und der Polizeisprecher machte aus ermittlungstaktischen Gründen auch keine weiteren Angaben dazu. Lediglich von einem sehr gut geplanten Angriff sprach er.

Inzwischen ist bekannt geworden, dass die Polizei vier Personen festgenommen hat. Laut Polizeisprecher Mike Bush handelt es sich um drei Männer und eine Frau. Zur aktuellen Lage äußerte er sich so: „Lassen Sie uns nicht so tun, als ob es keine Gefahr mehr gibt.“ An den von der Polizei gestoppten Fahrzeuge der Verdächtigen seien mehrere Sprengsätze gefunden worden, die von der Armee entschäft wurden. Die neuseeländische Premierministerin sagte, dass Tarrant mindestens zwei Komplizen hatte, die vierte Person aber nicht in Verbindung mit den Anschlägen steht.

Ein Twittervideo zeigt die mutmaßliche Festnahme einer der verdächtigen Personen.

Das Zentrum der Stadt wurde abgeriegelt und die Polizei sprach von einer „ernsten und sich entwickelnden Lage“ mit „einem aktiven Schützen“. Alle Schüler der Stadt sollten in ihren Klassenräumen bleiben. Ein Augenzeuge berichtete: „Ich hörte die Schießerei, sie ging sechs oder mehr Minuten lang. Ich konnte Schreie und Weinen hören. Ich sah Menschen tot umfallen, einige rannten weg. Ich war in einem Rollstuhl, ich konnte nirgendwo hin.“

Dunkelster Tag der Geschichte“

Den bewaffneten Angriff verurteilte die Premierministerin des Landes aufs Schärfste. In einer ersten Stellungnahme sprach sie vom dunkelsten Tag der Geschichte ihres Landes. „Ich würde dies als eine Gewalttat beschreiben, wie es sie noch nie gegeben hat.“ Für solch ein Verbrechen gebe es „keinen Platz in Neuseeland“. Nach ihren Angaben stand niemand der verhafteten Personen auf einer Beobachtungsliste.

Der australische Regierungschef Scott Morrison sprach von einem Moschee-Angriff, der von einem „extremistischen, rechtsgerichteten, gewalttätigen Terroristen“ verübt wurde. Dieser sei ein in Australien geborener Staatsbürger des Landes. Wörtlich sagte Morrison am Freitag: „Wir verurteilen diese Attacke, die von einem rechtsextremistischen gewalttätigen Terroristen begangen wurde, aufs Schärfste.“