Umweltschädlich! Die Tester warnen vor dieser Holzkohle

Beim Grillkohle-Kauf sollte man der Umwelt zuliebe auf die Herkunft achten. Aber dies ist nicht einfach. Die Stiftung Warentest zeigt in einer Stichprobe, dass oftmals entsprechende Informationen auf den Säcken fehlen.

Es ist manchmal sehr schwer, mit seinem Einkauf nicht die Umwelt zu gefährden. Zum Beispiel bei der Grillkohle. Stiftung Warentest hat in 6 von 17 geprüften Holzkohle-Säcken Holz aus den Subtropen oder Tropen gefunden. Sogar die fälschliche Nutzung von Siegeln für Holz aus nachhaltiger und heimischer Bewirtschaftung wurde aufgedeckt. Auf neun Säcken fehlten sogar sämtliche Hinweise auf die Herkunft und Art des Holzes.

Stiftung Warentest überprüft Holzkohle: Warum ist illegales Holz ein Problem?

Somit wissen Verbraucher nicht, ob illegal geschlagenes Holz verarbeitet wurde, zum Beispiel aus der Vernichtung von Regenwäldern. Andererseits sind die Hersteller nicht verpflichtet, das Herkunftsland zu benennen. Auch erläutert die Stiftung Warentest, dass die Einfuhr von Holzkohle aus illegalem Raubbau nicht verboten sei. Die europäische Verordnung gegen illegales Holz auf dem EU-Markt gilt in diesem Falle nicht.

Stiftung Warentest hat diese Holzkohlen überprüft

Die Stiftung Warentest hat diese Holzkohle untersucht:

Flammenco Qualitäts Grill-Holzkohle (Holz ist deklariert)
Activa Barbecue Jakob´s Kohle aus Buchenholz (Holz ist teil­weise deklariert)
Aldi Süd BBQ Holzkohle (Holz ist teil­weise deklariert)
Favorit Buchen Grillkohle (Holz ist teil­weise deklariert)
Netto Marken-Discount Buchen Grillholzkohle (Holz ist teilweise deklariert)
ProFagus Der Sommer Hit Premium Buchen Grill-Holzkohle (Holz ist teilweise deklariert)
Real quality Buchen-Grillholzkohle (Holz ist teil­weise deklariert)
Weber Holzkohle Hauptbild Weber Holzkohle (Holz ist teil­weise deklariert)
Aldi-Nord Grilltime Grill-Holzkohle (Holz ist gar nicht deklariert)
Bauhaus Kingstone Premium Grillholzkohle (Holz ist gar nicht deklariert)
Favorit Qualitäts-Grill Holzkohle Hauptbild Favorit Qualitäts-Grill Holzkohle
Flash Barbecue Season Premium Grillholzkohle (Holz ist gar nicht deklariert)
Getränke Hoffmann Hubert´s Qualitäts Grill-Holzkohle (Holz ist gar nicht deklariert)
Grillprofi Holzkohle (Holz ist gar nicht deklariert)
Kaufland K-Classic Let´s BBQ,Grill-Holzkohle (Holz ist gar nicht deklariert)
Netto Grillholzkohle (Holz ist gar nicht deklariert)
Max Grill & Barbecue Premium Holzkohle (Falsche Deklaration)

PEFC und FSC: So erkennen Sie Holzkohle aus legaler Bewirtschaftung

Vor allem zwei Siegel stehen für legale und nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern: PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) und FSC (Forest Stewardship Council). Im Supermarkt befinden sich diese Label auf verschiedensten Produkten: an Zahnstochern, auf Verpackungen von Taschentüchern, Toilettenpapier und Tampons, an Schulheften, auf Kochlöffeln – und eben auch auf Grillkohle.

Diese beiden Label gehen teilweise über die EU-Gesetze, vor allem aber über Ländervorschriften, hinaus. Dabei wird auch die Behandlung der Menschen, die in den Wäldern arbeiten, mit berücksichtigt. Weiterhin empfiehlt die Stiftung Warentest auch das Naturland-Label-

Wie sicher sind die Siegel? Holzkohle-Produzenten unter Betrugsverdacht!

Aber auch hier ist Betrug möglich, zum Beispiel mit dem FSC-Label. Falschinformationen könnten dabei auf eine Lieferanten zurückgehen, erläutern die Tester mit dem Verweis auf eine FSC-Information. Eine Garantie gibt es somit nicht. Die Stiftung Warentest empfiehlt daher, nur Produkte mit den Angaben über Art und Herkunft des Holzes zu wählen.

Alternativen zur Holzkohle

Als gute Alternativen haben sich Kokosnussschalen oder landwirtschaftliche Abfälle in verkokter Form etabliert. Dabei wird Brennmaterial aus Olivenkernen, Maiskolben oder abgeschnittenen Weinreben hergestellt. Erhältlich sind diese Produkte in Bio- oder Ökomärkten. Aber auch Gas ist eine hervorragende Alternative.