Unklare Nebenwirkungen bei Impfstoffen

Firmen wie Curevac setzen auf der Suche nach einem potenziellen Impfstoff gegen das Coronavirus auf die neuartigen mRNA-Impfstoffe. Dabei gilt, dass sie bei relativ kurzer Entwicklungszeit ein großes Potenzial entwickelt haben. Problematisch ist, dass diese Impfstoffe so neu sind, dass es an Erfahrungen mit Nebenwirkungen fehlt.

Bislang gibt es im Rennen um einen mRNA-Impfstoff gegen das Coronavirus einen entscheidenden Schwachpunkt: Informationen zu potenziellen Nebenwirkungen. Da es bisher noch keinen für den Menschen zugelassenen mRNA-Impfstoff gibt, ist die Frage nach den Nebenwirkungen eine der wichtigsten in den laufenden klinischen Studien. Dies vermeldet das Paul-Ehrlich-Institut, dass für die Genehmigung von Arzneimitteln in Deutschland zuständig ist.

Im Allgemeinen sei es normal, dass Menschen nach einer Impfung zeitweise Nebenwirkungen verspüren, so Siegfried Throm, Geschäftsführer Forschung des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (VFA). „Impfungen trainieren den Körper, ehe echte Erreger eindringen.“ In geringen Mengen werden bei herkömmlichen Impfstoffen Erregerbestandteile oder auch abgeschwächte Viren verabreicht, die der Körper als Eindringlinge betrachtet und versucht, abzuwehren.

Ein Problemfall auf 50.000 Impfungen im Jahr 2018

Die erwünschte Abwehrreaktion rufe bei vielen Menschen die Symptome hervor. An das PEI werden dann aufgetretene Impfkomplikationen gemeldet. Demzufolge gab es im Jahr 2018 3570 entsprechende Verdachtsfälle. Davon wurden 1070 als schwerwiegende Komplikation eingestuft. Für 2018 rechnete das VFA mit gut 50 Millionen Impfungen, so dass auf 50.000 Anwendungen eine schwerwiegende Nebenwirkung käme.

Dabei reagiert jeder Körper verschieden auf die Impfungen. Besonders häufig traten bei den an das PEI gemeldeten Reaktionen lokale Probleme auf, gefolgt von Fieber und Kopfschmerzen. Da zu einem Fall mehrere unerwünschte Reaktionen/Symptome berichtet werden können, übersteigt diese Zahl die der Verdachtsfälle.

mRNA transportiert Bauanleitung

Derzeit führt unter anderem das Tübinger Unternehmen Curevac sogenannte Phase-1-Studien mit mRNA-Impfstoffen durch. Dabei ist dies eine Art Botenmolekül, im dem zur Herstellung von Proteinen die notwendige Bauanleitung enthalten ist. Bei Curevac haben die Forscher die mRNA ihres Impfstoffes mit der Bauanleitung für ein Protein der Hülle des Coronavirus ausgestattet. Die menschlichen Zellen bilden nach der Impfung dann dieses Protein. Da es als fremd vom Körper erkannt wird, beginnt dieser, Antikörper und Abwehrstoffe dagegen auszubilden.

Die Entwickler setzen bei Corona auf mRNA, da hier keine Viren zur Herstellung des Impfstoffes benötigt werden, sondern lediglich deren genetische Informationen. Dadurch soll ein Impfstoff in beispielloser Geschwindigkeit zur Verfügung gestellt werden können.

Am Thema dran bleiben: Breaking News bei Google News folgen!

Folgen Sie uns jetzt auch bei Google, um wichtige Nachrichten nicht zu verpassen:

Hier geht’s zu
Google
->> dann auf „Folgen“ klicken!

Das könnte Sie auch interessieren: