Weil ihm Urteil nicht passt, lässt Straftäter Richtersohn vom eigenen Sohn verprügeln

Offenbar gelang es einem Straftäter nicht, ein Urteil zu ertragen und ließ seinen Sohn auf den Sohn des Richters los. Auf dem Schulhof verprügelte der Siebenjährige den Gleichaltrigen. Der Vater Orhan D. musste sich nun vor Gericht dafür verantworten.

Unter anderem wurde ihm von der Staatsanwaltschaft Anstiftung zur Körperverletzung vorgeworfen. Als Auslöser wird ein Richterspruch aus dem Jahre 2017 beschrieben. Damals verurteilte der Richter Orhan D. zu einer Bewährungsstrafe von 10 Monaten. Er hatte im Streit um Scheidung und Sorgerecht seine Frau im Amtsgericht attackiert, getreten und geschlagen.

Kurz darauf traf der Verurteilte den Richter in der Grundschule bei einem Elternabend. Die „Bild“ berichtet weiter, dass die gleichaltrigen Söhne gemeinsam eine Klasse in der Grundschule in Neustadt besuchen. Und dort kam es einige Zeit später auch zu dem Angriff auf dem Pausenhof. Eines Tages wandte sich der Sohn des Richters einer pädagogischen Hilfskraft zu und berichtete ihr, dass er von einem Jungen „angegriffen, gewürgt und in den Bauch getreten“ worden sei. Es soll sich um den Sohn von Orhan D. als Täter gehandelt haben.

Als der Junge von der Direktorin, der Klassenlehrerin und der pädagogischen Hilfskraft auf die Attacke angesprochen wurde, soll der Siebenjährige gestanden haben: „Mein Vater hat gesagt, dass ich den ruhig schlagen kann, weil sein Vater meinen Vater ins Gefängnis bringt.“ Der Junge soll weiterhin gesagt haben, dass ein Sohn seinem Vater gehorchen müsse.

Attacke auf dem Schulhof war kein Zufall

Die Schule erhielt am nächsten Tag ein Schreiben, in dem sich das Kind für die Attacke entschuldigte und sagte, er habe seinen Vater falsch verstanden. Es solle mit dem Richtersohn spielen und ihn nicht verhauen. Die Polizei schaltete sich trotzdem ein. Und nun wurde der Vater erneut durch die Staatsanwaltschaft vor Gericht gestellt. Deren Plädoyer lautete: „Die Kinder hatten keinen Streit. Der Angeklagte bediente sich seines Sohnes als Werkzeug, um gegen Rechtsprechung vorzugehen, die ihm nicht passte.“

Elf Monate auf Bewährung und 100 Stunden gemeinnützige Arbeit wegen Anstiftung zur Körperverletzung hieß nun das Urteil. Der Richter sagte zum Angeklagten: „Die Attacke auf dem Schulhof war kein Zufall. Sie waren gefrustet.“

In das Strafmaß floss auch die vorherige Verurteilung mit ein. Eingesperrt werden solle der Vater aber nicht, da er auf die Rechtstreue des alleinerziehenden Vaters vertraue.