Wie sicher ist die Corona-Impfung und wann bin ich dran?

Am Montag wird die Europäische Arzneimittelbehörde über die Zulassung des Corona-Impfstoffs von BioNTech und Pfizer entscheiden. In wenigen Tage könnten die Impfungen in Deutschland beginnen. Doch wer ist wann dran und wie sicher ist der Impfstoff wirklich?

Die Impfpräparate gegen das Coronavirus werden zunächst nur begrenzt zur Verfügung stehen. Daher empfiehlt die Impfkommission einen 6-Stufen-Plan, indem festgelegt ist, wer wann geimpft werden darf. Das sind die Stufen:

  1. „Sehr hohe Priorität“
    • Personen im Alter 80+
    • Personal in medizinischen Einrichtungen mit hohem Infektionsrisiko
    • Pflegepersonal in Kontakt mit Risikogruppen

  2. „Hohe Priorität“
    • Personen im Alter 75 – 79
    • Personen mit Demenz und geistiger Behinderung in Einrichtungen
    • Personal um eben genannte Gruppe
    • Personen mit Trisomie 21

  3. „Moderate Priorität“
    • Personen im Alter 70 – 74
    • Personen mit Organtransplantation
    • Personen mit Vorerkrankungen, die ein erhöhtes Risiko darstellen
    und deren Kontaktpersonen bzw. Pflegende
    • Bewohner und Personal in Gemeinschaftsunterkünften
    • Enge Kontaktpersonen von Schwangeren
    • Personen mit moderatem Infektionsrisiko in medizinischen Einrichtungen
    • unabkömmliches Krankenhauspersonal
    • Teilbereiche des ÖGD

  4. „Erhöhte Priorität“
    • Personen im Alter 65 – 69
    • Personen mit Vorerkrankungen mit moderat erhöhtem Risiko
    • Personen mit niedrigem Infektionsrisiko in medizinischen Einrichtungen
    • LehrerInnen & ErzieherInnen
    • Personen in prekären Lebens- und Arbeitsbedingungen

  5. „Gering erhöhte Priorität“
    • Personen im Alter 60 – 64 Jahre
    • Personen in Schlüsselpositionen des Landes und der Regierung
    • Beschäftigte in kritischer Infrastruktur
    • Beschäftigte zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit
    • Beschäftigte im Einzelhandel

  6. „Niedrige Priorität“
    Alle anderen Unter-60-Jährigen

Wie sicher ist der Impfstoff?

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek erklärte im ZDF-„Morgenmagazin“: „Das Zulassungsverfahren hat die klassischen, üblichen hohen Standards, die wir in Europa kennen. Da haben wir überhaupt keine Abstriche gemacht. Man kann diesem Impfstoff vertrauen.“ Experten zufolge verlief das Zulassungsverfahren wie üblich. Beschleunigt wurde die Impfstoff-Entwicklung vor allem auf dem Papier. Bei den meisten Impfstoff-Entwicklungen vergeht viel Zeit, bis Anträge bearbeitet und Gelder bewilligt werden. All dies wurde bei der Entwicklung des Corona-Impfstoffs beschleunigt.

Skeptiker gibt es dennoch, weil naturgemäß noch keinen Langzeiterfahrungen mit dem neuen Impfstoff vorliegen. Der Chef der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft Professor Wolf-Dieter Ludwig sieht einen „großen Vorteil“ darin, dass wir so schnell einen Impfstoff gefunden haben, um den katastrophalen Folgen der Pandemie entgegenwirken zu können.

Dennoch sagt er, es sei „fahrlässig“, den Impfstoff als sicher zu bezeichnen: „Ich habe mich selber jetzt drei Monate intensiv mit den Studiendaten und den Ergebnissen beschäftigt und würde diese Aussage nie tätigen. Ich würde sagen, bei der akuten Anwendung treten Nebenwirkungen auf, die wir kennen von Impfstoffen, zur Langzeitsicherheit wissen wir gar nichts“.