Zweite Infektionswelle ist vermeidbar

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hielt noch in der letzten Woche eine zweite und möglicherweise auch dritte Corona-Welle für möglich. Nun werden diese Aussagen aber vorsichtiger. Der RKI-Vize Schaade betonte, dass sich erneute hohe Infektionszahlen nur mit sehr viel Disziplin vermeiden lassen.

Nach einer revidierten Ansicht durch das Robert-Koch-Institut kann in Deutschland eine zweite oder gar dritte Infektionswelle mit dem Coronavirus doch verhindert werden. Bei einem Pressebriefing sagte der RKI-Vizepräsident Lars Schaade: „Wenn wir uns alle vernünftig verhalten und Infektionen vermeiden, dann haben wir eine Chance, auch eine zweite Welle zu vermeiden“. Weiter sagte er, damit dies auch lange der Fall bleibe, „müssen wir uns so verhalten, dass wir Infektionen vermeiden, damit sich keine Infektionsketten ausbilden“. Die von vielen Experten und Wissenschaftlern befürchteten weiteren Wellen können dann eventuell ausbleiben. „Aber auch nur dann“, fügte Schaade hinzu.

Dann „wird es wieder aufflammen“, wenn die Menschen nun beginnen, ihr bislang sehr diszipliniertes Verhalten zu ändern, sagte Schaade. Neue Corona-Ausbrüche könnten dann sehr schnell wieder entstehen, eine Streuung in andere Regionen nicht auszuschließen. „Steuern können wir das nur über unser Verhalten“.

Positiv bewertet das RKI die momentanen Fallzahlen in Deutschland. In den letzten 24 Stunden verzeichneten immerhin 12 von 16 Bundesländern weniger als 50 gemeldete Neuinfektionen. „Die Gefährdung in Deutschland ist natürlich deutlich geringer, als dies noch vor vier Wochen der Fall war“, so Schaade. „Die Gefahrenlage ist aber nicht weg.“

„Das ist die neue Realität“

Es sei jedoch zu bedenken, dass hinter den gemeldeten Fällen auch immer noch unentdeckte Fälle stecken, so Schaade. Dramatisieren wolle er aber die sogenannte Dunkelziffer auf keinen Fall. Daher sei es vor allem wichtig, ständig sich vor Augen zu halten, dass schon wenige Neuinfizierte in der Lage sind, neue und stärkere Infektionsketten auszulösen. „Es könnte wieder zu einem Aufflackern der Infektionswelle kommen“, so Schaade.

Entschieden dämpfte Schaade denn auch die Hoffnungen, schnellstmöglich wieder zu einer alten Normalität zurückkehren zu können. Denn solange von der Medizin keine erfolgversprechende Alternative absehbar sei, werde sich das allgemeine Leben anders gestalten müssen als bisher. „Das ist die neue Realität“, so Schaade. „Ein Verhalten zurück, wie es vielleicht im letzten Dezember noch war, das ist nur dann vorstellbar, wenn man ein gutes Prophylaktikum, also ein Medikament hat, das man einnehmen kann, wenn sich die Erkrankung anbahnt, oder natürlich, und das wäre die ideale Lösung, der Impfstoff da ist.“

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