

Der amerikanische Wahlkampf beginnt – und endet – zumeist an der Zapfsäule. Wenn die US-Amerikaner plötzlich merken, dass sie weit mehr für einen vollen Tank zahlen müssen, als sie es gewohnt sind, wird in der Regel automatisch der regierende Präsident dafür verantwortlich gemacht. Dabei spielt es keine Rolle, ob dieser Joe Biden oder Donald Trump heißt. Wie auch in Deutschland steigen zurzeit in den USA die Spritpreise erheblich und der Unmut der Amerikaner wird vermehrt auf Präsident Trump und den Krieg gegen den Iran gerichtet. Mit den wichtigen Zwischenwahlen in diesem Jahr kommt Trump zunehmend unter Druck von selbst den treuesten Parteimitgliedern, etwas gegen die steigenden Ölpreise zu tun. Der richtet seine Indignation gegen die israelischen Streitkräfte (IDF) und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.
„Keine gute Idee“
Während Trump seinen Landsleuten noch gestern versicherte, dass die steigenden Preise an der Zapfsäule und der enorm hohe Preis von 110 US-Dollar pro Öl-Barrel nur ein kleiner Preis seien, um die Iraner in die Knie zu zwingen, richtet seine Regierung scharfe Kritik an den israelischen Streitkräften. Diese greifen gezielt iranische Ölraffinerien und ‑lager an. „Wir halten das für keine gute Idee“, sagte jetzt ein ranghoher US-Offizieller, nachdem die Bilder von apokalyptischen Zuständen mit schwarzen Rauchwolken über den iranischen Ölfeldern weltweit publiziert wurden. Laut den Streitkräften in Israel wurden die Amerikaner vor dem Angriff auf 30 Öllager im Iran über die geplante Aktion benachrichtigt. Trump und das amerikanische Militär streiten ab, dass sie über die Größe der Maßnahmen informiert wurden. Stattdessen versucht Trump jetzt, die israelischen Verbündeten von weiteren Angriffen auf Ölfelder abzuhalten. Bisher ohne Erfolg, denn gemäß dem IDF und der israelischen Regierung sollen die brennenden Felder die iranischen Streitkräfte davon abhalten, sich Nachschub zu verschaffen.
Maßnahmen könnten nach hinten losgehen
Nicht nur in der westlichen Welt, wo lange Schlangen und Wucherpreise an den Tankstellen den Ärger auf die Höhe trieben, wurde der Anblick von brennenden Ölfeldern und ‑raffinerien mit Unmut über den Krieg aufgenommen. Der amerikanische Senator Lindsey Graham, ein naher Freund Trumps, publizierte auf den sozialen Medien eine Warnung an sowohl Israel als auch den amerikanischen Präsidenten. Dabei wies er darauf hin, dass die augenblicklichen Angriffe die iranische Bevölkerung in die Arme der Mullahs treiben könnten. „Unser Ziel ist es, das iranische Volk auf eine Weise zu befreien, die seine Chancen auf ein neues und besseres Leben nach dem Zusammenbruch dieses Regimes nicht beeinträchtigt. Die Ölwirtschaft des Iran wird für dieses Unterfangen von entscheidender Bedeutung sein“, schrieb Graham. In der Zwischenzeit droht der Iran, in den Gegenangriffen insbesondere auf die Ölfelder der benachbarten Staaten, und USA‑Verbündeten abzuzielen. Sollten sie damit erfolgreich sein, müssen sich Autofahrer auf eine Verdopplung der Spritpreise einstellen.
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Eigentlich schießt der per Haftbefehl gesuchte Kriegsverbrecher Netanjahu wie immer ins eigene Knie. Durch diese gigantische Menge an sinnlos verbranntem Öl rückt der Klimakollaps definitiv noch näher.