

Das Rotlichtmilieu des Frankfurter Bahnhofsviertels ist schon seit Jahrzehnten als sogenannte No-Go-Zone verrufen und jeder Reisende, der am Hauptbahnhof ankommt, eilt mit schnellen Schritten aus dem Bereich, um möglichen Vorfällen zu entgehen. Aufgrund der zwielichtigen Zustände und hohen Kriminalität in der hessischen Großstadt haben unzählige Auswärtige Ämter im Ausland bereits Reisewarnungen für den Frankfurter Bahnhof und die umliegenden Straßen an ihre Mitbürger herausgegeben. Im Laufe der letzten Jahre hat sich diese potenziell lebensgefährliche Zone ausgeweitet und eine unangenehme Atmosphäre kann jetzt sogar auf einer der beliebtesten und umsatzstärksten Einkaufsstraßen Deutschlands, der Zeil, wahrgenommen werden. Dort kam es in der vergangenen Nacht zu einem brutalen Zwischenfall mit einer Machete.
Unklarheit über Tathergang
Laut Angaben der Frankfurter Polizei kamen am Samstagabend gegen 22.20 Uhr Notrufe aus der Innenstadt, die von einer Massenschlägerei auf der Zeil berichteten. Etwa zehn Personen sollen an der gewalttätigen Auseinandersetzung vor einem der markantesten Shoppingzentren der Stadt beteiligt gewesen sein. Im Laufe des Kampfes hat einer der Beteiligten eine Machete herausgezogen und damit auf den Kopf eines seiner Widersacher gezielt und zugestochen. Das Opfer wurde dabei zwar schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Der Grund und der genaue Verlauf der Schlägerei konnten nicht vollständig ermittelt werden und die Frankfurter Polizei sucht immer noch nach Zeugen, die Angaben zu der Schlägerei machen können. Drei der Beteiligten, darunter auch der mutmaßliche Hauptverdächtige im Zusammenhang mit dem Machetenangriff, konnten noch vor Ort festgenommen werden. Das 19-jährige Opfer wird zurzeit in einem Frankfurter Krankenhaus medizinisch betreut.
Schlägerei kurz nach Großeinsatz
Die blutige Schlägerei und der darauffolgende Machetenangriff kommen ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, zu dem der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) und die Frankfurter Polizei großangelegte Maßnahmen gegen den Verfall der Innenstadt rund um den Bahnhof versprochen haben. Noch vor drei Tagen kam es zu einer Razzia im Bahnhofsviertel. Dabei kam es zu 36 erstellten Strafanzeigen und drei vollstreckten Haftbefehlen, alle fast ausschließlich im Zusammenhang mit Drogendelikten und Verstößen gegen das deutsche Aufenthaltsrecht. Mehr als 100 Polizistinnen und Polizisten waren bei der sogenannten Innenstadtoffensive im Einsatz, die 130 Menschen und 55 Fahrzeuge kontrollierte.