

Ein Erdbeben verheerenden Ausmaßes hat eines der beliebtesten Urlaubsziele Europas erschüttert. Touristen und Anwohner gerieten in Angst und Panik, als der Boden immer wieder bebte und überall Trümmer herabfielen.
Mehrere beliebte Urlaubsländer sind dafür bekannt, in seismisch aktiven Zonen zu liegen, doch nur wenige würden das spanische Festland dazu zählen. Nun haben schwere Erdbeben auf erschreckende Weise deutlich gemacht, dass auch hier eine ernsthafte Gefahr lauert.
Chaos und Angst in Granada
Trümmer liegen auf den Straßen, Sehenswürdigkeiten sind geschlossen, und die Menschen müssen Gebäude verlassen, die nicht mehr als sicher gelten – darunter, wie Reuters berichtet, auch einige Hotels. Die historische Stadt Granada, bekannt als Standort des berühmten Alhambra-Palasts und Reiseziel von Millionen von Touristen, wurde von den stärksten Erdbeben seit Jahren heimgesucht.
Das erste Erdbeben ereignete sich bereits am Samstag, als die Menschen um 1 Uhr morgens aus dem Schlaf gerissen wurden. Was das Erdbeben der Stärke 5,2 noch intensiver erscheinen ließ, war sein flaches Epizentrum in der Ortschaft Alhendin, nur 10 Kilometer südlich von Granada, wie das Nationale Geografische Institut mitteilte. Glücklicherweise blieb die Stadt von größeren Schäden verschont: „Es sind Risse entstanden, Teile wie Vorsprünge, Bruchstücke und Mauern sind heruntergefallen, und in einigen Gebäuden wurden Schäden gemeldet“, heißt es in einer Erklärung der andalusischen Rettungsdienste.
Weitere schwere Erdbeben heute
Doch damit war es noch nicht vorbei. In der Stadt brachen erneut Panik und Angst aus, als heute drei weitere starke Beben auftraten: Das stärkste ereignete sich heute Vormittag um 10:37 Uhr und erreichte eine Stärke von 4,9 auf der Richterskala. Sein Epizentrum lag direkt an der Erdoberfläche im Gebiet Alhendin/Gojar, nur wenige Kilometer außerhalb von Granada. Die anderen Erdbeben erreichten eine Stärke von 4,6 bzw. 4,7.
„Alles stürzte herunter – es war furchtbar“, berichtet eine Augenzeugin gegenüber dem „Telegraph“. Bei den Rettungsdiensten gingen Hunderte von Anrufen von verängstigten Menschen ein. Wie durch ein Wunder gab es keine Todesopfer. Drei Menschen wurden verletzt, darunter ein kleines Mädchen, das ins Krankenhaus gebracht wurde.
Rettungskräfte mahnen zu äußerster Vorsicht
Es handelt sich um die stärksten Erdbeben, die Granada und die umliegenden Regionen seit mehreren Jahren erlebt haben. Im Jahr 2021 wurden mehrere Erdbeben mit einer Stärke über 4 registriert, doch keines war so stark wie das jüngste. Und doch, so warnen Experten, liegt die Provinz auf einem komplexen Netzwerk aktiver Verwerfungen, was sie zu einer der erdbebengefährdetsten Zonen der Iberischen Halbinsel macht. Nachbeben und weitere Erdbeben sind möglich.
Zusätzlich zu den bereits erfolgten Evakuierungen mahnen die Rettungskräfte daher derzeit zu äußerster Vorsicht: Es kann weiterhin zu herabfallenden Trümmern von Gebäuden kommen – Abstand zu Fassaden, Vorsprüngen, Balkonen und einsturzgefährdeten Mauern ist zu halten, von der Benutzung von Aufzügen wird abgeraten. Zudem fährt die U-Bahn mit einer reduzierten Geschwindigkeit von 30 km/h, und die Sehenswürdigkeiten Granadas wurden vorübergehend geschlossen.