

Aufgrund des Krieges im Nahen Osten steht im Augenblick die globale Ölversorgung in Gefahr, auszutrocknen, und besonders in Asien und Europa sorgt man sich darüber, wie man den Bedarf der Bevölkerung in der nahen Zukunft decken soll. Immer mehr asiatische Länder gehen deshalb zweifelhafte Verträge mit Russland ein, die nicht nur die Ölreserven der betroffenen Länder füllen, sondern auch Putins Kriegskasse.
Europa hingegen hat schwere Sanktionen gegen Russland verhängt und muss andere Wege finden, um Sprit an den Tankstellen weiterhin fließen zu lassen. Die bürokratische Maschinerie der Europäischen Union arbeitet aber langsam und immer mehr europäische Länder treffen jetzt eigenständige Entschlüsse, um die Ölversorgung nach Europa zu gewährleisten. Jetzt schickt auch Frankreich Truppen nach Saudi-Arabien, die die wichtigen Pipelines in Richtung Europa verteidigen sollen.
Mühlen in Europa mahlen langsam
Dem französischen Entschluss vorangegangen ist bereits eine Entscheidung der italienischen Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, Kriegsschiffe ins Rote Meer zu schicken, die Ölfrachter am „Tor der Tränen“ in der Meerenge Bab al-Mandab vor Jemen vor Angriffen der iranfreundlichen Huthis schützen sollen. „Wir dürfen nicht zulassen, dass bürokratische Entscheidungsverzögerungen eine ohnehin schon komplexe Situation verschärfen“, sagte der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto, und kritisierte gleichzeitig die langen Verzögerungen bei der Entscheidungstreffung in der EU selbst in kritischen Situationen. Auch Großbritannien hat Kampfflugzeuge in den Nahen Osten entsandt, die dem Schutz der Saudis vor Huthi-Angriffen dienen sollen. Jetzt hat sich auch der französische Präsident Emmanuel Macron dazu entschlossen, die europäische Versorgung außerhalb eines militärischen EU-Netzwerks zu verteidigen.
Kein Bundestagsmandat für Entsendung deutscher Truppen
Sowohl Frankreich als auch Großbritannien und Italien bestehen bei den Einsätzen der nationalen Militäreinheiten darauf, dass die entsendeten Soldaten und Einrichtungen ausschließlich der Verteidigung der Infrastruktur im Nahen Osten dienen sollen. Die Einheiten haben strikte Anweisungen erhalten, sich aus Angriffssituationen auf den Iran und die Huthis herauszuhalten. Als eine der Großmächte in Europa erhöht sich auch der Druck auf Deutschland und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), Maßnahmen zu ergreifen, um die Öl- und Gasinfrastruktur im Nahen Osten zu verteidigen. Pistorius hatte allerdings bereits im Sommer darauf hingewiesen, dass ein Bundestagsmandat für einen Einsatz im Nahen Osten schwierig zu erreichen sei. Laut Pistorius wartet man in Deutschland im Zusammenhang mit militärischen Einsätzen in der Regel auf eine internationale Entscheidung durch die Vereinten Nationen oder die EU.