

Jedes Jahr werden etwa 18 000 Kinder in Deutschland als vermisst gemeldet, und wenn sich auch die meisten Fälle schnell wieder aufklären, gelten rund 1800 vermisste Kinder zurzeit als unauffindbar. Wenn Kinder verschwinden, dreht es sich nicht immer um freiwillige Ausreißer. In vielen Fällen könnten auch Gewaltverbrechen der Grund für das Verschwinden sein.
Gerade erst hat die Staatsanwaltschaft in Rostock ein Verfahren wegen Mordes am achtjährigen Fabian gegen die Ex-Freundin des Vaters eingeleitet. Viele erinnern sich auch an den Fall des 14-jährigen Yosef aus Dormagen, der nur noch tot aufgefunden werden konnte, nachdem er von einem Mitschüler im Streit erstochen wurde. Jetzt ist schon wieder ein Kind verschwunden und die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine großangelegte Suchaktion gestartet, bei der auch Mitbürger aufgefordert werden, ihre Augen offenzuhalten.
Kam nicht von der Schule nach Hause
Bei dem vermissten Kind handelt es sich um die zwölfjährige Weronika aus Stohlberg am Rande der Eifel. Zuletzt wurde das Mädchen gestern nach der Schule gegen 15 Uhr gesehen. Eine Klassenkameradin hatte noch kurz mit ihr gesprochen. Danach verliert sich jede Spur von ihr. Nachdem sie von der Schule nicht nach Hause kam, wurde Weronika als vermisst gemeldet. Seit gestern Abend durchsucht die Polizei schon die nähere Umgebung, die aus dichtem Wald und unwegsamem Gelände, darunter mehreren Steinbrüchen, besteht. Bisher wurden keine Zeichen von der Schülerin aufgefunden. Weronika könnte sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinden, warnt die Polizei.
Großfahndung eingeleitet
Jetzt fahndet die Polizei in Nordrhein-Westfalen mit mehreren Bildern und einer ausführlichen Beschreibung des Mädchens. Weronika hat hellblonde Haare, ist schlank und trägt schwarze Bekleidung mit braunen UGG-Schuhen. Sie ist Brillenträgerin und führt einen grünen Nike-Rucksack mit sich. Spaziergänger in der Gegend und in der Eifel werden besonders darum gebeten, ihre Augen nach der 12-Jährigen offenzuhalten. Hinweise über mögliche Sichtungen oder Zeugenaussagen von Menschen, die Weronika nach 15 Uhr am Montag gesehen haben, werden unter der Telefonnummer 0241 9577 34290 (tagsüber) oder außerhalb der Bürozeiten unter 0241 9577 34210 entgegengenommen. Außerdem kann die Polizei in Aachen unter der E-Mail-Adresse poststelle.aachen@polizei.nrw kontaktiert werden.