174 Infizierte bei Corona-Ausbruch in Bayern

In Süddeutschland entwickelt sich ein neuer Corona-Brennpunkt. Nach den ersten Fällen zeigte ein Massentest: Bereits 174 Menschen haben sich infiziert.

In einem Agrarbetrieb in Niederbayern hat sich das Coronavirus ausgebreitet. Zunächst war bei sieben Erntehelfern im Landkreis Dingolfing-Landau eine Infektion nachgewiesen worden. Daraufhin veranlassten die Behörden Massentests. Am Freitag rückten mobile Untersuchunsteams an und untersuchten die gesamte Belegschaft des Landwirtschaftsbetriebs. Das Ergebnis: Insgesamt 174 der 480 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich angesteckt.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) leitete umgehend weitere Schritte ein, um eine weitere Ausbreitung von Sars-Cov-2 zu verhindern. „Der gesamte Betrieb steht unter Quarantäne“, erklärte die Behörde in einer Stellungnahme. Das gesamte Personal inklusive Geschäftsführung ist vorerst auf dem Betriebsgelände eingesperrt. Ein Sicherheitsdienst überwacht, dass niemand den Landwirtschaftsbetrieb verlässt.

Der betroffene Hof, auf dem nach BR-Informationen hauptsächlich Gurken angepflanzt würden, zeige sich „sehr kooperativ“ und beuge sich den angeordneten Maßnahmen „vollumfänglich“, hieß es. Um den wirtschaftlichen Schaden so gering wie möglich zu halten, würden die Erntearbeiten weiter durchgeführt. Hierbei halte sich der Betrieb jedoch an strenge Hygieneauflagen.

Landrat Werner Bumeder bestätigte, dass der Betrieb unter strenger Quarantäne stehe. Dieser harte Schritt sei notwendig, um den Schutz der Bevölkerung vor Ort und darüber hinaus zu gewährleisten. Anwohner bat er, Ruhe zu bewahren. Der Landkreis sei sehr gut auf derartige Ereignisse vorbereitet und habe rasch und effektiv reagiert.

Nach jetzigem Stand der Erkenntnisse sei der Ausbruch auf einen „geschlossenen Personenkreis“ beschränkt. Ein Lockdown oder weiterführende Beschränkungen im Landkreis Dingolfing-Landau seien nach aktuellem Stand der Dinge nicht geplant. Dies könnte sich jedoch aufgrund von geltenden Vereinbarungen zwischen Bund und Ländern bald ändern. Dann nämlich, wenn das Robert-Koch-Instituts (RKI) eine Überschreitung der vereinbarten Obergrenze für Neuinfektionen registriert.

Gemäß Beschluss von Bund und Ländern müssen die Corona-Auflagen verschärft werden, sobald binnen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 registriert werden. Bis Sonntag verzeichnete das RKI erst 19,7 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner im Landkreis Dingolfing-Landau. Unklar ist, ob alle 174 Infizierten im betroffenen Landkreis gemeldet sind. Das Landesgesundheitsministerium in Bayern kündigt bereits weitere Untersuchungen an.

Am Samstag registrierte das RKI für Gesamtdeutschland 781 Neuinfektionen mit dem Erreger Sars-Cov-2. Seit Beginn der Pandemie starben hierzulande 9118 der rund 205.000 Infizierten.

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