

Die wenigsten Haushalte in Deutschland kommen heutzutage ohne WLAN-Router aus. Immerhin ist das kleine, unscheinbare Gerät die Verbindung zur Welt und ermöglicht neben Arbeit von zu Hause aus auch einen reibungslosen Ablauf von fast allen alltäglichen Aufgaben – vom Einkaufen bis hin zum Nachrichtenlesen. Die wenigsten sind sich jedoch im Klaren darüber, dass WLAN‑Router auch als Funksender fungieren und deshalb sehr strengen Regeln und Gesetzen unterliegen. Die Frequenzen für Funksender werden nämlich von der Bundesnetzagentur kontrolliert und dort will man genau wissen, wer sich wann und wo auf dem Netzwerk aufhält. Wer sich ohne die Zustimmung der Bundesnetzagentur einfach an einer Frequenz „bedient“ und erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von bis zu 500 000 Euro rechnen.
Kein schnelleres Internet, aber hohes Bußgeld
Die Probleme mit der Bundesnetzagentur beginnen in der Regel, wenn man sich nicht an die in der Bedienungsanleitung vorgegebene Einstellung hält und in eigener Regie nach einer Frequenz sucht, zum Beispiel weil man denkt, ein besseres Signal oder schnelleres Internet zu erhalten. Dabei kann man schnell auf Abwege kommen und sich auf eine Frequenz einschalten,die für andere Dienste, darunter die Polizei oder die Bundeswehr, reserviert ist. Auch wenn man nicht auf bereits vergebene Frequenzen der Notdienste landet, macht man sich strafbar. Funken in Deutschland ohne Lizenz ist nämlich strengstens verboten.
Einfach zu vermeiden
Die Gefahr, auf eine verbotene Frequenz zu kommen, hat sich im Laufe der letzten Jahre erhöht, weil moderne Router eine weitaus größere Reichweite haben und mehrere Netze gleichzeitig nach Frequenzen durchsuchen können. Um eine Konfrontation mit der Bundesnetzagentur und ein Vergehen gegen das deutsche Telekommunikationsgesetz zu vermeiden, raten Experten davon ab, WLAN-Frequenzen selbst zu suchen. In Deutschland gekaufte WLAN-Router bieten eine automatische Suche nach legal zugelassenen Frequenzen an, die durch die Option „Funkkanaleinstellungen automatisch setzen“ aktiviert wird. Wer seinen Router im Ausland gekauft hat, muss allerdings vorsichtig sein, denn dieser ist auf andere Länderstandards voreingestellt.