80 Prozent der Corona-Patienten leiden unter Long-Covid

Inzwischen sind die Langzeitfolgen nach einer überstandenen Corona-Erkrankung auch in Deutschland präsent. Nach der Analyse von 16 Studien kamen Forscher zu einem erschreckenden Ergebnis: 80 Prozent aller Covid-Patienten entwickeln das Long-Covid-Syndrom. Fünf Symptome stechen dabei heraus.

Seit mehr als einem Jahr zählen wir Infektions- und Todeszahlen. Für viele Menschen spiegelt das bei Weitem nicht das Ausmaß der Pandemie. Monate nach der überstandenen Infektion tauchen sie in der Statistik als genesen auf, fühlen sich jedoch nicht gesund. Sie leiden unter Long-Covid. Ein internationales Forscherteam hat Studien aus 16 Ländern analysiert, um weitere Erkenntnisse über das Long-Covid-Syndrom zu erhalten. Das erschütternde Ergebnis ihrer Studie: 80 Prozent der symptomatischen Corona-Patienten entwickeln Long-Covid.

Die häufigsten Symptome seien Müdigkeit und Kopfschmerzen. Etwa ein Viertel der Betroffenen litt außerdem nach überstandener Haupterkrankung unter Aufmerksamkeitsstörung, Haarausfall oder Kurzatmigkeit. Jeder Fünfte leidet nachhaltig unter Geschmacks- und / oder Geruchsverlust.

Insgesamt zählen die Forscher 55 Langzeitsymptome, die sich bei Corona-Patienten einstellen können. Dazu zählen verschiedene Auffälligkeiten der Atemfunktion, wie Husten oder Schmerzen in der Brust. Bei etwas mehr als 10 Prozent der untersuchten Patienten traten diverse Symptome auf, die vor der der Erkrankung nicht da waren. Dazu zählen unter anderem Schlafstörungen, Herzrasen, Schmerzen und Gewichtsverlust aber auch Angststörungen und Depressionen.

Die Daten der Forscher stammen von verschiedenen Studien aus Großbritannien und der EU, den USA sowie jeweils eine aus Australien, China, Ägypten und Mexiko. Die beschriebene Symptomatik wurde zwischen 14 Tagen und 110 Tagen nach der Covid-19- Erkrankung registriert.

Einige Folgen können auch den teilweise traumatischen Erfahrungen und der körperlichen Belastung während des Krankheitsverlaufs zugeschrieben werden. Betroffene beschreiben Panikzustände, weil sie nicht mehr atmen konnten, bedrückende Einsamkeit während der Selbstisolation oder die Angst, nicht mehr aufzuwachen, sobald eine intensivmedizinische Behandlung notwendig wird. Kommt eine künstliche Beatmung zur Anwendung, können dadurch Folgeschäden entstehen.

Unterstützung bei Long-Covid finden Betroffene in Rehakliniken. Die Deutsche Rentenversicherung schreibt hierzu: „Versicherte, deren Erwerbsfähigkeit wegen einer Covid-19-Erkrankung gefährdet ist, können eine Anschlussrehabilitation (AHB) der Deutschen Rentenversicherung beantragen. Die Sozialdienste der Akutkrankenhäuser unterstützen bei der Antragstellung. Die Anschlussrehabilitation folgt unmittelbar nach einer abgeschlossenen Akutbehandlung. Für Rehabilitanden mit Lungenerkrankung stehen der Rentenversicherung ausreichend Reha-Kliniken mit speziellen Angeboten zur Verfügung: Kranken- und Atemgymnastik, Ausdauertraining, Bewegungstraining, Krafttraining, Ergotherapie sowie balneo-physikalische Therapien fördern die Atemfunktion und stärken die Leistungsfähigkeit. Angebote aus der Psychotherapie stehen ebenfalls zur Verfügung.“