Achtung, Blackout! Teile Deutschlands ohne Strom

Plötzliche Flammen, dann Stromausfall: Zu chaotischen Zuständen kommt es in Reutlingen, als in der Nacht auf Montag ein totaler Blackout eintritt. Derzeit sind immer noch 7600 Haushalte ohne Strom.

In Reutlingen ist das Licht ausgegangen! Ein Brand in einem Umspannwerk führte dazu, dass Teile der Großstadt großflächig ohne Strom auskommen müssen. Um 1.45 Uhr schlugen Flammen aus der Anlage, kurz darauf wurde Reutlingen in Finsternis getaucht. „Da werden Warnapps ausgelöst, das war auch hier der Fall“, erklärte der Sprecher der Polizei. 

Stromausfall dauert an
Neben mehreren Stadtteilen von Reutlingen sind auch einige umliegende Gemeinden betroffen. Das Feuer konnte mittlerweile zwar gelöscht werden, doch der Stromausfall dauert weiter an. Die Energieversorgung konnte bisher nur teilweise wiederhergestellt werden. Der Energieversorger Fairnetz GmbH berichtet etwa, dass von den 20.000 Kunden immer noch 7600 Haushalte betroffen seien.

Brandstiftung steht im Raum
Auch kritische Einrichtungen wie Krankenhäuser und Seniorenheime sind von den Ausfällen betroffen, wie ein Polizeisprecher berichtet. Telefon und Internet laufen nur eingeschränkt. Es wird vermutet, dass der Stromausfall gezielt ausgelöst worden sein könnte. Der Netzbetreiber Netze BW will Anzeichen für Brandstiftung in einem Umspannwerk erkennen. Es seien drei Brandstellen entdeckt worden, außerdem weise der Zaun Beschädigungen auf.

Die Polizei äußert sich noch nicht konkreter zu diesem Verdacht. Laut dem Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) Baden-Württemberg werde derzeit in alle Richtungen ermittelt. Brandsachverständige wurden bereits in die Ermittlungen einbezogen, was bei derartigen Vorfällen ab einer bestimmten Dimension üblich sei.

Menschen wurden bei dem Brand nicht verletzt. Der entstandene Schaden wird allerdings auf mehrere Millionen Euro geschätzt. Noch ist unklar, wann die Stromversorgung wieder flächendeckend hergestellt werden kann. „Eine belastbare Prognose zur vollständigen Wiederherstellung der Stromversorgung ist derzeit noch nicht möglich“, teilte die Stadt Reutlingen am Montagmorgen mit.

Betroffene werden versorgt
Betroffene Menschen werden von insgesamt 50 Helfern des DRK und den Maltesern unterstützt. Auch ein leitender Notarzt ist involviert. „Die Hilfsorganisationen bereiten sich auf eine längere Einsatzdauer, die Betreuung von zahlreichen Hilfsbedürftigen sowie die Versorgung von Patienten vor“, so die Stadt. Koordiniert werden die Maßnahmen von einem Einsatzstab in Pfullingen südlich von Reutlingen.

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Martin Beier