Ärztevereinigung fordert Corona-Lockerungen

Auf den Intensivstationen sind kaum Patienten und es gibt derzeit auch keine Corona-Hotspots. Daher wirbt die Kassenärztliche Bundesvereinigung für lockerere Corona-Regeln.

Für eine Lockerung der momentanen Corona-Regeln in Deutschland wirbt die Kassenärztliche Bundesvereinigung. So sagte der KBV-Vorsitzende Andreas Gassen gegenüber dem „Business Insider“ in eine Interview: „Man kann den Panikmodus ausschalten“. Blicke man auf das derzeitige Infektionsgeschehen, so gebe es aktuelle keine explosionsartigen Corona-Hotspots. Ebenso gebe es ausreichend freie Kapazitäten auf den Intensivstationen. So sind die Intensivpatienten wie auch die Sterbefälle auf einem sehr niedrigen Niveau.

„Die Zahlen geben Anlass, Corona-Maßnahmen zu überdenken, ohne leichtsinnig zu werden“, so Gassen. So sollte seiner Meinung nach eine Lockerung der Auflagen bei Veranstaltungen überlegt werden. „Mir leuchtet nicht ein, warum in einem Stadion für bis zu 60.000 Menschen nicht Veranstaltungen mit 5000 bis 8000 Menschen Platz finden können.“ Auf der Berliner Waldbühne sei dies Ende August erfolgreich praktiziert worden. Um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, seien lediglich die Nadelöhre mit engen Kontakten zu vermeiden.

Zuletzt hatten die Gesundheitsämter in Deutschland 1.484 Neuinfektionen mit dem Coronavirus an einem Tag gemeldet. Mindestens 256.850 Menschen haben sich somit nachweislich sei dem Beginn der Pandemie mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Dies gab das Robert-Koch-Institut am Freitag auf seiner Homepage bekannt. Bei 9.342 liegt die Zahl der Todesfälle, die in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion stehen. Dies ist einer mehr als am Tag zuvor. Nach Schätzungen des RKI haben bis Donnerstagmorgen etwa 230.600 Menschen die Infektion überstanden.

Die Zahl der vom RKI erfassten wöchentlichen Corona-Tests haben seit dem Juni das erste Mal wieder abgenommen. Rund eine Million Test wurden demnach in der Woche vom 31. August bis zum 6. September gezählt, was etwa 50.000 weniger sind als in der Woche zuvor. Seit der Woche vom 22. Juni bis zum 28. Juni ist dies das erste Mal, dass die Testzahl wieder gesunken ist.

Nach Schätzungen des RKI ist die Reproduktionszahl in Deutschland laut der Mitteilung vom Donnerstag auf den Wert von 0,9 gestiegen, nachdem dieser am Vortag noch bei 0,88 lag. Somit steckt weiterhin ein Infizierte weniger als einen weiteren Menschen mit dem Virus an. Das Infektionsgeschehen von etwa eineinhalb Wochen wird in dem R-Wert abgebildet.

Auch wird ein sogenanntes Sieben-Tage-R in der aktuellen Berichterstattung des RKI angegeben. Dieser Wert betrachtet einen viel längeren Zeitraum und ist daher weniger schwankungsanfällig. Dieser Wert liegt nach RKI-Angaben derzeit bei 1,04, nach 0,95 am Vortag. Hier wird das Infektionsgeschehen von acht bis 16 Tagen wiedergespiegelt.

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