Amoklauf in Schule: Mindestens sieben Kinder getötet

Am heutigen Dienstag hat sich ein mutmaßlicher Amoklauf in einer Schule ereignet. Ein 19-jähriger Schütze tötete mindestens sieben Kinder. Die meistens Opfer waren Achtklässler. Die Tat ereignete sich in der russischen Großstadt Kasan, etwa 720 Kilometer östlich von Moskau.

In der russischen Großstadt Kasan drang am Dienstagmorgen ein 19-jähriger Angreifer in ein Schulgebäude ein und feuerte mit Schusswaffen auf Lehrer und Schüler. Die Lage ist noch unübersichtlich. Aktuellen Berichten zufolge wurden mindestens neun Menschen getötet. Die meisten seien Kinder. Zwischenzeitlich war von elf Opfern die Rede. Darüber hinaus soll es mindestens sechs Schwerverletzte geben.

Die Polizei nahm einen 19-jährigen, ehemaligen Schüler fest, der über einen Waffenschein verfügt. „Es gab nur einen Täter“, sagte ein Behördensprecher gegenüber der Agentur Interfax, „Informationen über zwei sind nicht richtig.“ Auch erste Vermutungen über einen Terrorakt wurden inzwischen ausgeschlossen. Der Tatverdächtige soll vor etwa vier Jahren von der Schule abgegangen sein. Die Tatwaffe sei auf seinen Namen registriert, hieß es.

Medienberichten zufolge habe der junge Mann die Schule durch den Haupteingang betreten und dabei ein Gewehr mit sich geführt. Innen angekommen, habe er sofort das Feuer eröffnet.

Die meisten Schüler hätten das Gebäude kurz nach Beginn der Attacke verlassen. Viele wurden zunächst in einen benachbarten Kindergarten gebracht. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, dass einige Schüler durch die Fenster flüchteten. Für die oberen Stockwerke seien Leitern benutzt worden. Einige Schüler sprangen jedoch aus Panik aus den Fenstern. Ärzte berichten über diverse Sturzverletzungen von blauen Flecken bis Knochenbrüchen.

Laut Interfax kündigte der russische Präsident Wladimir Putin bereits heute an, die gesetzlichen Regelungen für Zivilwaffen zu überarbeiten. Außerdem kondolierte der Kremlchef: „Der Präsident spricht den Angehörigen der Kinder, die durch die Hand des Schützen gestorben sind, sein tiefes Beileid aus und wünscht den Schulkindern, die verletzt wurden, baldige Genesung“, wird Kremlsprecher Dmitrij Peskow zitiert.

In Russland ist es in der Vergangenheit immer wieder zur Festnahmen von Jugendlichen gekommen, weil diese mutmaßlich einen Anschlag auf ihre Schulen geplant hatten. Auch der heutige Tatverdächtige soll seinen Amoklauf im Social Media-Dienst „Telegram“ angekündigt haben.

Die letzte vergleichbare Tragödie ereignete sich 2018 auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim. Ein 18-Jähriger eröffnete auf einer Berufsschule in Kertsch das Feuer und sprengte sich selbst in die Luft. Insgesamt starben 21 Menschen bei dem Anschlag.

Viele russische Schulen werden seither am Eingang durch Sicherheitskräfte überwacht. Ob dies bei der Schule in Kasan der Fall war, ist noch unklar.

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