

Als im Jahre 2023 das letzte Kernkraftwerk in Deutschland abgestellt wurde, ging die deutsche Bevölkerung davon aus, dass die Debatte um die vermeintliche nukleare Bedrohung im eigenen Land abgeschlossen sei. Dabei haben die meisten vergessen, dass die 110 atomkraftproduzierenden Anlagen hierzulande im Laufe der 60 Jahre, in denen Kernkraft für die Erzeugung der Energie verantwortlich war, auch eine erhebliche Menge an verseuchtem Abfall produziert hatten.
Dieser hat sich trotz der Abstellung der Reaktoren nicht in Luft aufgelöst und die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ist zurzeit auf der Suche nach einer geeigneten „letzten Ruhestätte“ für den lebensgefährlichen Müll. In einem dicht besiedelten Land wie der Bundesrepublik ist die Wahrscheinlichkeit, dass der tödliche Abfall in jemandes Nachbarschaft landet, hoch, und viele zittern jetzt, dass ausgerechnet ihre Heimat aufgrund einer möglichen Atommüll-Lagerung als unbewohnbar kategorisiert wird.
Karte mit möglichen Endlager-Standorten veröffentlicht
Die BGE muss bis zum Jahr 2050 eine Entscheidung getroffen haben, wo der Abfall aus den Kernkraftwerken für die Ewigkeit gelagert wird. Dabei handelt es sich um rund 27.000 Kubikmeter Material, dessen hochradioaktive Bestandteile großflächig Tod und Verderben bringen könnten. Die Suche nach einem Standort für das Atommüll-Lager geht bundesweit voran, aber jetzt hat die BGE verkündet, dass die Bewohner in fünf Bundesländern nicht mehr um die gefährliche Nachbarschaft fürchten müssen. Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin, Sachsen und das Saarland wurden gerade von der Gesellschaft als ungeeignet bezeichnet und von der Liste der möglichen Standorte entfernt. Untersuchungen der BGE haben gezeigt, dass sich lediglich fünf Prozent der Fläche in der Bundesrepublik für ein Atommüll-Endlager eignen. Diese fünf Prozent befinden sich über das ganze Land verteilt und wurden auf einer Karte, die gerade auf der Website der Gesellschaft veröffentlicht wurde, gekennzeichnet. Besonders im Fokus liegt jedoch Niedersachsen.
Sicherheit für eine Million Jahre
Bei der Suche nach einem günstigen Standort zieht die Gesellschaft im Augenblick nicht die Nähe zu Großstädten oder die Bevölkerungsdichte in der Nachbarschaft in Betracht, sondern konzentriert sich auf geologische Umstände in den untersuchten Gebieten. Das Lager muss unterirdisch angelegt werden und die Beschaffenheit des Grundes und Bodens ist von ausschlaggebender Bedeutung, um Leckagen zum Beispiel ins Grundwasser zu verhindern. Gebiete mit Bergbau und solche, die regelmäßig von Erdbeben heimgesucht werden, wurden im Voraus ausgeschlossen. Zurzeit befindet sich der zu lagernde radioaktive Müll in 16 oberirdischen Lagern, die auf mehrere Bundesländer verteilt sind. Das neue Lager soll den Müll für eine Million Jahre gesichert aufbewahren.