Angst ums Trinkwasser: Schweiz plant Atommüll-Endlager an deutscher Grenze

Schon bald will die Schweiz radioaktive Abfälle direkt an der deutschen Grenze verwahren. Ein Ding der Unmöglichkeit. Jedenfalls dann, wenn es nach vielen Bürgern geht. Die deutschen Gemeinden um Hohentengen herum, die auf der anderen Seite der Grenze liegen, sorgen sich nämlich schon jetzt um ihr Trinkwasser. Die Entscheidung, ein solches Atommüll-Endlager direkt an der Grenze zu Deutschland aufzumachen, ist ganz aktuell getroffen worden. Zwischen den Verantwortlichen wurde diese Option allerdings schon etwas länger diskutiert.


Zur Auswahl standen übrigens noch zwei weitere Standorte, die ebenfalls sehr nah an der deutschen Grenze liegen.
Die Region, in der das Endlager nun seinen Platz finden soll, liegt rund 26 Kilometer von Zürich entfernt. Dort sollen die Abfälle in mehreren hundert Metern Tiefe in Opalinuston eingebettet werden. “Die benötigte Einschlusszeit beträgt bei hochaktiven Abfällen etwa 200.000 Jahre und bei schwach- und mittelaktiven Abfällen rund 30.000 Jahre”, heißt es auf der Webseite der Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra).

Ganz konkret geht es bei den Abfällen übrigens um rund 9300 Kubikmeter hoch radioaktive Abfälle und 72 000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Sie stammen aus den einst fünf Schweizer Atomkraftwerken sowie aus Medizin und Industrie. Vier Atomkraftwerke in der Schweiz laufen noch. Sie sollen so lange weiter betrieben werden, wie ihre Sicherheit für die Bevölkerung garantiert ist. Laut Experten kann das noch rund 20 Jahre so gehen.

Wie bereits erwähnt beschäftigt die Gemeinden in Grenznähe vor allem die Frage nach der Trinkwasserversorgung. „Wir haben überall Trinkwasserbrunnen, wir haben Aare und Rhein in der Nähe. Die Frage nach dem Trinkwasserschutz ist eine große Sorge der Bevölkerung”, sagt Martin Steinebrunner von der Deutschen Koordinationsstelle Schweizer Tiefenlager (DKST) beim Regionalverband Hochrhein-Bodensee. Erklärungen haben hierzu bislang leider noch nicht stattgefunden.

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