Arzt warnt vor Impf-Missverständnis: „Falsch, diese Chance hat niemand“

Das bayerische Gesundheitsministerium klärt in einem Video über die Impfung und Corona auf. Dabei warnt ein Arzt vor einem fatalen Impf-Missverständnis.

Prof. Dr. Joachim Ficker vom Klinikum für Pneumologie in Nürnberg behandelt aktuell etwa 45 Corona-Patienten, ein Sechstel davon befindet sich auf der Intensivstation. Ficker berichtet, dass die Zahl der Corona-Patienten wieder zunehme, nicht so schnell wie früher, aber die Zahl der Patienten steige wieder an. Außerdem hätte sich die Altersgruppe sichtbar verschoben. In Nürnberg seien die Corona-Patienten nun im Mittel 30 bis 55 Jahre alt, so der Chefarzt. Die meisten seien ungeimpft.

In dem Video, das vom bayerischen Gesundheitsministerium veröffentlicht wurde, beschreibt Ficker die hohe Belastung seines Personals. „Es ist Leid, es ist Sterben“, so der Chefarzt. Eine Impfung hätte dieses Leid in den „allermeisten Fällen“ vermieden. „Das nehmen wir alle mit nach Hause und das fällt uns schwer.“

In der Diskussion um Impfrisiken sieht der Arzt auf Nürnberg ein großes Missverständnis. Impfskeptiker würden abwägen, welches Risiko für sie größer sei: zu erkranken oder mögliche Impfnebenwirkungen. „Das ist falsch, diese Chance hat niemand“, sagt der Professor. „Dieses Virus bleibt auf dieser Welt. Dieses Virus wird nie wieder gehen.“ Das heißt, jeder Mensch werde sich auf kurz oder lang infizieren. Diese Gefahr könne niemand umgehen. Deshalb appelliert er: „Lassen Sie sich impfen, nicht nur um unser Team zu entlasten, sondern in allererster Linie für sich selbst.“

Der Lungenarzt rät auch zur Influenza-Impfung. Denn er geht davon aus, dass das Gesundheitswesen durch die vierte Corona-Welle erneut auf eine Belastungsprobe gestellt werden wird. „Und da bleiben dann einfach keine Ressourcen mehr für Influenzafälle“. Die Viruserkrankungen – Corona und Grippe – stehen dann in Konkurrenz mit anderen dringenden Gesundheitsproblemen. „Auch ohne Corona ist das Gesundheitswesen aufgrund von Grippefällen in manchen Jahren schon während der Influenza-Saison an seine Grenzen gekommen“, erläutert der Arzt aus Bayern.

Die Grippe-Saison startet zum Jahres Ende und hat ihren Höhepunkt normalerweise zwischen Januar und März. Von einer heftigeren Grippewelle, wie dies manchmal berichtet wird, geht der Experte allerdings nicht aus. „Wenn es mal ein Jahr keine Influenza in Deutschland gibt und auch weniger grippale Infekte auftreten, dann werden die Immunsysteme nicht gleich schwächer“, weiß der Lungenarzt. Außerdem würden viele Corona-Vorsichtsmaßnahmen weiterhin auch die Verbreitung von Influenza hemmen.

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4 Kommentare

  1. Ist der Typ nun ein Fake oder was?
    Warum hat Ficker seinen Namen nicht ändern lassen, z.B. in Dauerständer?
    Mir ist das unverständlich, aber jeder muss wissen , was er tut.

  2. Das faellt halt schwer und viele Menschen haben es nicht gelernt: Abwaegung: Risiko- Nutzen und dass es nicht nur schwarz- weiss gibt auf dieser Welt und Enscheidungen getroffen werden muessen. Schlimm das der Arzt dafuer angegriffen wird dass er die Menschen auf ihre eigene Verantwortung hinweist. KR

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