Auf diese Schmerzmittel sollten Sie unbedingt verzichten

Man kennt es nur zu gut, das Knie tut weh oder man hat sich beim Sport einen Muskel gezerrt. Dann wird in Deutschland schnell und gern zu einer Schmerzsalbe gegriffen. Doch das ist keine gute Idee und wir sollten dies besser lassen.

Der Wirkstoff in diesen Salben ist häufig Diclofenac – und das ist ein sehr gefährlicher Stoff für die Umwelt, der mehr Schaden anrichtet als das er hilft. Denn nur ein sehr geringer Teil der Salbe zieht in den Körper ein, der Rest landet beim Duschen im Abwasser.

Dies teilte der Sprecher des Arzneimittel-Komitees aus der schwedischen Region Gävleborg, Björn Ericsson, mit. In der Zeitung „Hälsingland“ warnte er vor dem Gebrauch dieser Salben.

Gefahr für die Umwelt

Diclofenac wird nicht in der Umwelt abgebaut. Dies stellt sich besonders bei den Salben als sehr gefährlich dar, da nur 4 Prozent des Wirkstoffes auch tatsächlich durch die Haut zum Entzündungsherd eindringen. Der Rest der Salbe verschwindet beim Duschen mit dem Duschwasser im Abfluss.

„Verglichen mit der Wirkung ist der Schaden einfach zu groß. Ich bin mir sicher, dass Patienten diese Salben vermeiden würden, wenn sie wüssten, was sie anrichten.“ sagte er Sprecher des Arzneimittel-Komitees weiter. Nach Berechnungen reiche eine Tube Diclofenac-Salbe aus, um ein 25 Meter langes Bassin mit Trinkwasser zu verunreinigen.

Auch in Deutschland bekanntes Problem

Das Problem mit Diclofenac ist auch in Deutschland bekannt. Diverse Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass Diclofenac das Arzneimittel ist, welches am häufigsten in unseren Gewässern nachgewiesen worden ist und weiterhin auch nachgewiesen werden kann. Bereits im Jahre 2012 teilte das Bundesumweltamt dazu mit, dass die deutschen Gewässer unter einer hohen Belastung mit dem Arzneimittel leiden.

Aber auch über unser Urin gelangen Medikamentenreste in die Abwässer. Somit ist eine Pille statt einer Salbe auch keine umweltfreundliche Lösung für das Problem. Allerdings wurden die Probleme mit den Salben bei den bisherigen Diskussionen kaum angesprochen.

Ein Artikel in der „Welt“ zum Weltwassertag aus dem März 2018 bezeichnet rund 1100 Arzneistoffe als umweltrelevant, weil sie toxisch oder sehr schwer abbaubar sind. Dazu gehören laut der Liste neben dem genannten Diclofenac unter anderem auch Blutdrucksenker und Hormone.