Bayern verhängt Ausgangssperre

Nur unter Auflagen darf man in einigen Orten in Bayern derzeit das Haus verlassen. Ministerpräsident Söder hat diese Maßnahmen nun auf das gesamte Bundesland ausgeweitet.

Update:

Und auch das Saarland will im Kampf gegen das Virus eine Ausgangssperre erlassen. Ministerpräsident Tobias Hans will am Freitag noch dem Kabinett einen Beschluss vorschlagen, dass Gaststätten geschlossen werden sollen und eine Ausgangsbeschränkung erfolgen soll.

Wegen des Coronavirus gelten ab Freitagnacht, 0 Uhr in ganz Bayern Ausgangsbeschränkungen. Wie Ministerpräsident Söder auf einer Pressekonferenz mitteilte, sei dies von der Regierung einstimmig beschlossen worden. Vorerst gelten diese Regelungen für zwei Wochen. „Wir fahren das öffentliche Leben nahezu vollständig herunter“, so Söder.

Diesen Schritt begründete er mit den massiv explodierenden Zahlen der Corona-Infektionen. Um 35 Prozent stiegen diese von Donnerstag auf Freitag, mittlerweile gibt es bereits 15 Tote. Ebenso begründete er diese Maßnahme mit der mangelnden Kooperation der Bevölkerung auf die Appelle der vergangenen Tage.

Trotz der verhängten Maßnahmen gebe es immer noch sehr viele Gruppenbildungen. Dies könne nicht mehr akzeptiert werden, so Söder. Er betonte aber ausdrücklich, dass es nicht um das einsperren aller gehe. Sport und der Aufenthalt im Freien seien weiterhin erlaubt, aber nur allein oder mit der Familie. Wer gegen diese Vorgaben verstoße, müsse bei Kontrollen durch die Polizei mit hohen Geldbußen rechnen.
Die Ergebnisse seien nach dem Aufruf von Kanzlerin Merkel, zu Hause zu bleiben, nicht ermutigend gewesen. Viele verhielten sich vorbildlich, leider gebe es aber immer noch Personen, die den Ernst der Lage nicht verstanden hätten. Immer noch gebe es Corona-Partys, jüngere Menschen husten ältere Menschen aus Spaß an und es gebe weiterhin Gruppenbildungen. „Unser oberstes Gebot ist, die Menschen zu schützen, teilweise auch vor sich selbst“, so Söder weiter.

Bayern steht mit dieser Entscheidung bislang allein da. Söder behielt sich weitere Einschränkungen vor und er betonte auch, es ist keine Zeit mehr da, langwierige Abstimmungen und halbherziges Handeln an den Tag zu legen.
„Wir sperren Bayern nicht zu, wir sperren Bayern nicht ein“, so Söder.

Offen ist, ob andere Bundesländer oder der Bund dem Beispiel Bayerns folgen werden. Kanzlerin Merkel hatte in ihrer Ansprache keine Einschränkungen angekündigt, dies aber weitestgehend offengelassen. „Wir werden als Regierung stets neu prüfen, was sich wieder korrigieren lässt, aber auch was womöglich noch nötig ist.“

Am Sonntagabend wird Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder beraten, so der Regierungssprecher Steffen Seibert. Dabei soll eine ernste und schonungslose Analyse über notwendige Schritte erfolgen, so Seibert. Ähnlich hat sich auch Innenminister Seehofer geäußert: „Wenn die Menschen sich nicht an die bisherigen Vorsichtsmaßnahmen zur Kontaktvermeidung halten und die Zahl der Infizierten in Deutschland weiter deutlich steigt, halte ich Ausgehverbote für unumgänglich.“

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