Beliebte deutsche Modekette geht bankrott: Alle Filialen schließen

Eine bekannte Marke in Deutschlands Einkaufsstraßen droht für immer zu verschwinden. Sämtliche Filialen von Orsay müssen Ende Juni schließen. Die Modekette hat massive Verluste gemeldet, da ihre Kunden nach der Pandemie nicht zurückgekehrt sind. Ein Sprecher des baden-württembergischen Unternehmens kündigte an, dass alle 130 deutschen Filialen schließen und alle 1200 Mitarbeiter entlassen werden müssen.

Auch staatliche Hilfen während der COVID-Pandemie konnten das angeschlagene Unternehmen nicht retten. Orsay GmbH hatte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr eine Hilfszusage in Höhe von 33 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesregierung erhalten, das Geld aber nur teilweise abgerufen.

Laut Unternehmenssprecher Wolfgang Weber-Thedy hoffte Orsay, sich nach den Lockerungen der Corona-Maßnahmen erholen zu können, doch der Krieg in der Ukraine scheint die Konsumlust der deutschen Verbraucher weiter gedrückt zu haben. „Daher kann das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, auf das wir große Hoffnungen gesetzt hatten, nicht fortgeführt werden.“

Laut Wirtschaftsauskunftei und Inkassodienstleister Creditreform war die Orsay GmbH im vergangenen Jahr die zweitgrößte Insolvenz in Deutschland, gemessen an der Zahl der betroffenen Mitarbeiter. Nur der Fall der Adler Modemärkte AG hatte eine noch größere Dimension.

Anders als Orsay überstand Adler jedoch die Insolvenz und konnte unter dem neuen Eigentümer Zeitfracht Logistik Holding GmbH ein erfolgreiches neues Geschäftsfeld aufbauen. Der Schlüssel zum Comeback von Adler war die Abkehr vom Bekleidungsverkauf und eine Ausweitung des Online-Geschäfts.

In Deutschland boomt das Online-Shopping seit der Pandemie. Infolgedessen melden stationäre Bekleidungsgeschäfte im ganzen Land trotz der Lockerung der Corona-Maßnahmen Anfang April weiterhin Verluste.

Handelsexperte Gerrit Heinemann hält es für äußerst unwahrscheinlich, dass viele der 1200 Mitarbeiter von Orsay zum jetzigen Zeitpunkt wieder eine Anstellung im Bekleidungshandel finden werden. Die beste Einsatzmöglichkeit der Orsay-Ex-Mitarbeiter sieht Heinemann in der Lebensmittelbranche: Nur „wenn sie flexibel sind und zum Beispiel Lebensmittel verkaufen wollen, haben sie gute Aussichten“.

2 Kommentare

  1. Aufpassen, und in den Medien wird berichtet das die Arbeitslosenquote seit Jahresbeginn sinkt?! Also die Politiker haben immer mehr Menschen auf dem Gewissen, schämt euch ihr geldgeilen Schmarotzer .👎👎👎👎👎👎

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