Bis zu 10.000 Euro Umtauschprämie für alte Diesel

Die Große Koalition hat sich auf ein Maßnahmenpaket verständigt, wie es mit dem Dieselproblem weitergehen soll: Bis zu 10.000 Euro Umtauschprämie können für den Verbraucher drin sein.

Mit dem Maßnahmen-Paket „Konzepts für saubere Luft und die Sicherung der individuellen Mobilität in unseren Städten“ möchte die Große Koalition Fahrverbote in deutschen Großstädten verhindern. Das Programm soll für 14 Städte und deren Umland greifen: München, Stuttgart, Köln, Reutlingen, Düren, Hamburg, Limburg an der Lahn, Düsseldorf, Kiel, Heilbronn, Backnang, Darmstadt, Bochum und Ludwigsburg, alles Städte bei denen das Umweltbundesamt eine Stickoxidbelastung von mehr als 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen hat.

Ähnlich wie bei der sogenannten „Abwrackprämie“ 2009 (die Umweltprämie wurde 2009 eingeführt, um die Konjunktur anzukurbeln) sollen Fahrzeugbesitzer belohnt werden, wenn Sie ihr altes Fahrzeug gegen ein Neues eintauschen. Nur dass die Prämie in diesem Fall auf alte Diesel-Fahrzeuge mit den Abgasnormen Euro 4 oder 5 und auf bestimmte Städte beschränkt ist. Außerdem zahlen dieses Mal die Autohersteller, nicht der Staat.

Soweit spielen auch die Automobil-Hersteller gerne mit und nannten sogleich Zahlen: Volkswagen wolle pauschal 6000 Euro Umtauschprämie zahlen. BMW spricht von bis zu 6000 Euro wenn deren Kunden ihren Euro-4- oder Euro-5-Diesel durch ein Neufahrzeug ersetzen ließen. Beim Kauf eines jungen Gebrauchten oder eines Vorführwagens zahle der Automobilhersteller aus Bayern 4500 Euro Umtauschprämie. Daimler erklärte sich zu bis zu 5000 € Umtauschprämie bereit, ergänzte jedoch: „Wir werden uns den Vorschlag der Bundesregierung nun genau anschauen und uns dann dazu äußern.“ Deutlich offener zeigte sich Renault. Der französische Konzern bietet ab dem heutigen Tag Umtauschprämien von bis zu 10.000 Euro an. Laut FAZ-Bericht soll das Angebot Fahrzeuge der Schadstoffnormen Euro 1 bis Euro 5 umfassen.

Gemäß des Politiker-Beschlusses könnten Diesel der Schadstoffklasse Euro 5 auch nachgerüstet anstatt umgetauscht werden. Hierbei ist die Reaktion seitens der Hersteller jedoch weniger euphorisch. VW erklärte „Wir weisen darauf hin, dass mit einer Nachrüstlösung Mehrverbrauch und Komforteinbußen verbunden sind“ und fügte als Bedingung für eine Kooperation hinzu „dass die Bundesregierung sicherstellt, dass sich alle Hersteller an den entsprechenden Maßnahmen beteiligen“. Opel und BMW lehnen die Hardwarenachrüstung jedoch kategorisch ab.

Dieselfahrer in Städten wie Berlin oder Frankfurt am Main gehen nach den aktuellen Plänen leer aus. Sie gehören nicht zu den 14 „besonders betroffenen“ Städten und sind daher von dem Konzept ausgeschlossen. Das Bundesumweltministerium hatte sich zuvor für eine bundesweite Lösung ausgesprochen.