Bundeswehr-Soldat stirbt bei Nato-Manöver

Beim Nato-Manöver „Trident Juncture“ in Norwegen ist ein Bundeswehr-Soldat des Gebirgsjäger-Bataillons ums Leben gekommen.

Ein Bundeswehr-Soldat, ursprünglich im bayerischen Bischofswiesen stationiert, wurde bei einer Nato-Übung von einem Auto erfasst und getötet. Nach Angaben der Polizei stand der Mann auf einer Landstraße im norwegischen Hort Haltdalen gerade neben einem Militärfahrzeug, als ihn ein ziviler Pkw erfasste. Die Behörden gaben an, dass der Soldat noch am Unfallort seinen Verletzungen erlag. Er gehörte zur 5. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 232.

50.000 Soldaten in Norwegen
Das Großmanöver „Trident Juncture“ ist das größte Manöver der Nato (Verteidigungsbündnis „North Atlantic Treaty Organization“) seit Auflösung der Sowjetunion. 50.000 Soldaten üben seit dem 25. Oktober für den Angriffsfall auf den Nato-Staat Norwegen. Die Bundeswehr beteiligt sich nach eigenen Angaben mit rund 10.000 Soldaten sowie 4000 Fahrzeugen und ist damit einer der größten Truppensteller.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärte Anfang Oktober in Brüssel, dass 150 Flugzeuge, 60 Schiffe und mehr als 10.000 Militärfahrzeuge bei „Trident Juncture“ zum Einsatz kommen sollen, um „einen bewaffneten Angriff auf einen Alliierten“ zu proben. Das Szenario der Übung sei „fiktiv, aber realistisch“, fügte Stoltenberg hinzu.

300.000 Soldaten in Russland
Russland hat vor Kurzem eine gegenseitige Übung an der Ostgrenze des Landes abgehalten. Moskau gab an beim Manöver „Wostok-2018“ im September mit fast 300.000 Soldaten, 36.000 Panzern und Militärfahrzeugen, sowie 1000 Flugzeugen und 80 Kriegsschiffen für den Ernstfall geübt zu haben. Auch China und die Mongolei beteiligten sich an dem Manöver, welches als größte Übung Russlands gilt. Seit Jahren erhöht Russland die Frequenz größerer Militär-Übungen.

Die Besonderheit Norwegens
Gemäß einem Bericht des Lobby-Thinktanks ECFR (European Council on Foreign Relations) der auf Heise genannt wird, gäbe es zwischen der Nato und Russland einen neuen Konfliktpunkt, seit die Klimaerwärmung sich bemerkbar mache. Dem Bericht zufolge sollen sich unter den immer weiter schmelzenden Eisschichten der Arktis bisher unangetastete Bodenschätze wie Öl und Gas befinden. Durch die Eisschmelze würden diese Ressourcen erreichbar. Russland baue seit Jahren Militärstützpunkte in der Arktis aus. Da die Gebietsansprüche auf die arktischen Bodenschätze größtenteils ungeklärt seien, berge dies ein hohes Konfliktpotenzial zwischen den umgrenzenden Staaten Russland, USA, Kanada, Island, Dänemark, Schweden, Finnland und eben Norwegen.

Die ECFR ist eine private, gemeinnützig arbeitende Organisation, die sich aus Spendengeldern finanziert. Die Denkfabrik wurde 2007 gegründet und verfügt über Büros in sieben europäischen Großstädten – Berlin, London, Madrid, Paris, Rom, Sofia und Warschau. Dort erstellt sie Analysen zur europäischen Außenpolitik